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Overpopulation Awareness is the website of Stiftung Der Klub der Zehn Millionen

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Die Welt ist für uns zu klein

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Richtig bevölkert, oder?

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Eine gute Umwelt beginnt mit der Bekämpfung der Überbevölkerung

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Mehret euch nicht

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Grenzen des Wachstums

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Bevölkerungsdruck und PKWeh

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Ehepaare mit Kinderwunsch sind für die Zukunft doppelt verantwortlich

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Überbevölkerung = Überkonsum

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Stopp die Ausschöpfung und Verseuchung der Erde

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Zu wenig Wohlfahrt für zu viel Menschen

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Wir lieben Menschen, aber nicht ihre Zahl

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Wir können die Menschheit nicht auf sich bewenden lassen

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Freitag, 05 März 2010 16:34

Jetzt heißt es: Entweder oder!

Paul Gerbrands in „Über Bevölkerung“ von der Stiftung Biowissenschaften und Gesellschaft im Jahr 2008
 
Keine Frage
Die Überbevölkerung ist keine Frage, bei der es einfach um ein paar Zahlen geht, sondern um eine
Kombination aus der Bevölkerungszahl und der Auswirkung, die sie auf ihre Umgebung hat. Dazu gehört auch ihr Wohlstand. Die Erde entwickelt sich immer stärker auf eine Bevölkerungszahl von zehn Milliarden Menschen zu. Und das, obwohl schon heute ein Großteil der Menschen in Armut lebt. Die Reichtümer der Welt sind unehrlich verteilt und eine Überbevölkerung der Erde scheint unabwendbar. Es sei denn, dass wir schnell einen neuen Weg einschlagen: Mehr Menschen und weniger Wohlstand - oder aber das Gegenteil.
 
Zehn Milliarden Menschen sind zu viel für unsere Erde
Die Erdbevölkerung bewegt sich schnell auf die magische Zahl von zehn Milliarden Menschen zu. Das hat zu einer Diskussion über die Frage geführt, ob die Erde dadurch überbevölkert ist. Im Tierreich führt eine Überpopulation dazu, dass ein Teil der Bevölkerung wegzieht oder sich auf die Suche nach einer eigenen Nische macht. Außerdem wird durch einen Mangel an Nahrung oder Wasser sowie durch den Ausbruch einer Epidemie die Population so weit dezimiert, dass wieder ein Gleichgewicht in Hinsicht auf die natürlichen Ressourcen hergestellt wird. Beispiele hierfür sind Vogelarten, die bei einem Nahrungsmangel weniger Eier legen. Bei einigen Arten sind es sogar die Jungtiere selbst, die ihre jüngeren Geschwister töten, um selbst überleben zu können. Herdentiere wie die Hirsche pflanzen sich so lange weiter fort, bis ein strenger Winter oder ein trockener Sommer die Zahl der Herdentiere erheblich dezimiert. Obwohl manche Anhänger der Theorie, dass eine Parallele zwischen Mensch und Natur besteht, der Ansicht sind, dass diese Phänomene auch bei den Menschen vorkommen, zeigt sich die Realität etwas nuancierter. Kannibalismus zum Beispiel hat nichts mit Überbevölkerung zu tun und die von Menschen überbevölkerten Gebiete werden vor allem durch hohe Geburtenzahlen geprägt und nicht dadurch, dass weniger Kinder geboren werden.
 
Der menschliche Intellekt
Der Mensch verfügt nun einmal über mehr Intellekt als ein Tier, auch wenn man die Weise, wie er seine geistigen Fähigkeiten einsetzt, sicherlich zur Diskussion stellen kann. Unter anderem dadurch besitzt der Mensch mehr Werkzeuge und Möglichkeiten zur Einflussaufnahme auf seine Umgebung. Bei einer Überbevölkerung verlegt der Mensch die Grenzen seiner Umgebung, indem er sich mit einer sehr rationellen Zielsetzung auf die Suche nach neuen Möglichkeiten macht, damit er als Spezies in großen Mengen und unter Wahrung eines größtmöglichen Wohlstands glücklich weiterleben kann. Am liebsten unterwirft er die Natur dabei seinem Willen. Das begann einst mit der Nutzbarmachung landwirtschaftlicher Gewächse und der Domestizierung von Tieren, der Schaffung von Ackerflächen, der Entwicklung von Städten, der Einpolderung von Meeren und Seen sowie der Errichtung von Dämmen und Kanälen zur Bewässerung der landwirtschaftlichen Nutzflächen und der Versorgung mit Trinkwasser. Letztendlich führte dies zum Aufkommen von Kunstdünger und Bekämpfungsmitteln, der zentralen Erzeugung und Lagerung von Energie sowie zu Eingriffen in die genetische Struktur, damit Futterpflanzen und Vieh noch gewinnträchtiger produziert werden können.
 
Wenn es um die Beziehung zur Natur geht, scheint der Mensch doppelt und dreifach blind zu sein. Im blinden Verlangen nach immer mehr ist der Mensch unfähig, eine mögliche Grenze des Wachstums zu sehen und er erkennt nicht, dass sein Vertrauen in die Fortschritte von Wissenschaft und Technik, die scheinbar jedes Problem lösen können, unberechtigt ist. Bereits am Ende des achtzehnten Jahrhunderts sah der britische Demograf und Ökonom Thomas Malthus (1766-1834) voraus, dass das Bevölkerungswachstum stärker als die wirtschaftliche Entwicklung sein würde, was eine Hungersnot in großem Ausmaß zur Folge haben würde. Er führte den Gedanken der Malthusianischen Falle ein; dies bezieht sich auf die maximale Anzahl, die die Bevölkerung im Verhältnis zur verfügbaren Bodenfläche erreichen kann. Im Gegenzug führte er den Begriff der Malthusianischen Krise ein, wenn nämlich die Überbevölkerung nur durch eine erhöhte Sterblichkeit wieder ins Gleichgewicht kommt. Tatsächlich allerdings musste durch die vielfältigen wissenschaftlichen und technischen Erfindungen, durch die der Mensch weniger stark von der Bodennutzung abhängig wurde, der Schwellenwert für die Malthusianische Falle immer wieder nach oben angepasst werden. Darüber hinaus ist die Malthusianische Krise bisher ausgeblieben. Dennoch ist es weder der Wissenschaft noch der Technik bis jetzt gelungen, zu vermeiden, dass auf dieser Erde mehr als ein Drittel der Bevölkerung unterernährt ist oder in Armut lebt. Es ist deutlich, dass sich ein kleiner Teil der Erdbevölkerung auf Kosten eines größeren Teils der Weltbevölkerung eines sehr guten Lebens erfreut.
 
Ökologischer Fußabdruck und Umweltraum
Moderne Ökologen verwenden hierfür die Charakterisierung eines sehr ungleichwertigen ökologischen Fußabdrucks. Ein ähnlicher Begriff in diesem Zusammenhang lautet Umweltraum. Wenn die gesamte verfügbare Fläche auf der Erde auf alle Menschen verteilt würde und die Natur genügend Platz zur Regeneration erhielte, dann hätte jeder Erdenmensch im Durchschnitt einen Anspruch auf 1,8 Hektar. Dieser Umweltraum umfasst die benötigte Fläche für die Erhaltung der mondialen Biodiversität. Obwohl Kritik an den einzelnen Begrifflichkeiten und Berechnungsmethoden geübt wird, ist andererseits deutlich, dass die Verteilung der natürlichen Reichtümer auf die Weltbürger sehr ungleich ist. Ein Niederländer verwendet im Durchschnitt 4,4 Hektar statt der 1,8 Hektar, auf die er oder sie eigentlich einen Anspruch hat (siehe Tabelle). Die Einwohner von Indien und Kenia haben einen ökologischen Fußabdruck von 0,8 Hektar. Der der Chinesen ist doppelt so hoch, während die Einwohner der USA durchschnittlich sogar 9,6 Hektar für sich beanspruchen. Mit einem Wert von 11,9 Hektar führen die Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate diese Liste an. Die Aussichten werden sich nicht verbessern, wenn sich die jetzigen 6,5 Milliarden Menschen auf der Erde in diesem Jahrhundert auf ungefähr zehn Milliarden vermehrt haben. Und die Abnahme der verwendbaren Bodenfläche aufgrund des Anstiegs des Wasserspiegels wird außerdem zu einer weiteren Verminderung der verfügbaren Hektar pro Einwohner führen.
 
Begriffe wie „Überbevölkerung“ und „Voll“ sind nicht bloß ein Ausdruck subjektiver Empfindungen. Sie haben nichts damit zu tun, dass der Eine einen menschenleeren Strand am ehesten zu schätzen weiß, während sich ein Anderer über das rege Treben und den Duft von Pommes und Sonnencreme freut. Der Begriff der Überbevölkerung ist quantifizierbar und besitzt eine bedrohliche Realität. Einmal angenommen, dass die gesamte Weltbevölkerung mit mehr als sechs Milliarden Menschen den gleichen Wohlstand und das gleiche Verbraucherverhalten wie die Einwohner der Niederlande haben wollten; schließlich ist es nicht unberechtigt, dass auch Menschen an anderen Orten die gleiche Wohnoberfläche, genauso viele Autos, den gleichen Energieverbrauch und die gleichen Nahrungsimporte, Flugreisen und Luxusgüter wie wir für sich haben wollen. Das führt dann wiederum zu entsprechenden Abfallmengen, zu Vergeudung und Verschmutzung. Dann müsste die Erde nicht 11,8 Milliarden Hektar an biologisch nutzbarer Oberfläche aufweisen, sondern fast 30 Milliarden Hektar. Das ist praktisch allerdings völlig unmöglich, denn die Gesamtfläche der Erde umfasst - die Ozeane nicht mitgerechnet - nicht mehr als 15 Milliarden Hektar, von denen vier Milliarden Hektar zudem unfruchtbar sind. An allem würde ein Mangel entstehen und überall würde es zu Auseinandersetzungen und Kriegen kommen. Dann ist Überbevölkerung kein vager subjektiver Begriff mehr, keine undeutliche Empfindung, sonder eine reelle Bedrohung für unsere Existenz.
 
Ein ökologisches Problem
Die Überbevölkerung ist ein ökologisches Problem. Überbevölkerung entsteht, sobald die Inanspruchnahme der natürlichen Ressourcen durch die Bevölkerung die Tragfähigkeit des Systems übersteigt. Somit ist die Überbevölkerung das Produkt aus der Anzahl der Menschen und dem Ausmaß, in dem diese ihre Umgebung für sich in Anspruch nehmen. Oder einfach gesagt: ihr Wohlstandsniveau. Wenn zum Beispiel in den Niederlanden weniger Menschen wohnen und diese dann alle weniger hohe Ansprüche an ihren Wohlstand stellen würden, dann würde diese geringere Anzahl an Menschen die anderen Teile der Welt auch weniger stark für sich einfordern. Dies hätte eine Verbesserung der Lebensqualität für die armen Mitmenschen in anderen Erdteilen zur Folge. Wenn man es so betrachtet, sind die Niederlande also überbevölkert. Allerdings stellt dies für die meisten Einwohner eines der am dichtesten bevölkerten und reichsten Länder der Welt überhaupt keinen Diskussionsstoff dar. Die meisten Menschen sind sich dieser Situation nicht bewusst. Die Realität ist, um einmal Al Gore zu zitieren, eine „unbequeme Wahrheit“, denn bei solch einer Diskussion würden wir uns viel zu sehr mit den Fakten konfrontiert sehen. So betrachtet nehmen die Niederlande im Vergleich zu zum Beispiel Äthiopien einen viel größeren Teil der ökologischen Tragfähigkeit der Erde für sich in Anspruch. Die mehr als 60 Millionen Äthiopier benutzen noch keinen Bruchteil der Menge an Nahrungsmittel und Energie, die die mehr als 16 Millionen Niederländer jedes Jahr verbrauchen. Daher wird es niemanden überraschen, dass der ökologische Fußabdruck der Niederländer erheblich größer als derjenige des durchschnittlichen Äthiopiers ist. Je höher die Einwohnerzahl eines Landes und je höher die Verbrauchsmenge, desto größer ist auch der Bedarf an Nahrung, Energie und Wasser, somit an ökologischer Nutzfläche. (Übrigens führt große Armut ebenfalls zu einem größeren ökologischen Fußabdruck, weil einer armen Bevölkerung die finanziellen und technischen Mittel fehlen, um sorgsam mit der Umwelt umzugehen. Dadurch nehmen Verschmutzung, Erosion und ein Verlust der Biodiversität weiter zu.) Wenn im Laufe der Zeit immer mehr Länder das gleiche Ausmaß an Wohlstand erreichen, entsteht auf Dauer ein unlösbares Problem. Dann muss nämlich entweder der Wohlstand oder die Einwohnerzahl abnehmen. Schließlich ist es schon schlimm genug, dass der durchschnittliche ökologische Fußabdruck der Niederländer viel größer als eigentlich verantwortungsgemäß und größer als derjenige ist, auf den sie einen Anspruch haben. Noch viel schlimmer ist, dass sich der größte Teil dieses Fußabdrucks von 4,4 Hektar im Ausland befindet, denn selbst bieten die dicht besiedelten Niederlande nur einen Viertelhektar für jeden Einwohner.
 
Das Energieproblem
Die Überbevölkerung ist ein auch ein Energieproblem. Derzeit wird davon ausgegangen, dass die fossilen Kraftstoffvorräte im Laufe der nächsten Jahrzehnte zum Großteil erschöpft sein werden. Schon jetzt sind sie bei geopolitischen Krisen wie dem Krieg im Irak mit seinen großen Ölvorkommen nur eingeschränkt vorhanden, was zu einem Preisanstieg führt. Wenn der Energieverbrauch in den Niederlanden auf dem jetzigen Niveau bleibt oder sogar weiter ansteigt, entstehen dadurch große Probleme. Können die Niederlande ihre eigene Energie erzeugen, zum Beispiel durch den Einsatz alternativer Energiequellen? Bisher gestaltet sich dies als schwierig. Um die gesamte für die niederländische Gesellschaft benötigte Energie mit Wind und Sonne zu erzeugen, wären einige Hunderttausend Windmühlen erforderlich oder müsste ein Drittel der Niederlande mit Solarzellen bedeckt werden. Außerdem müssten sehr große Teile der landwirtschaftlichen Nutzfläche mit schnell wachsendem Riedgras oder mit anderen für Energie aus Biomasse geeigneten Gewächsen bepflanzt werden. Das alles würde die jetzt schon äußerst knappen landwirtschaftlichen Flächen und den beengten Raum in den Niederlanden weiter einschränken. Dies hätte zweifellos eine Nahrungsmittelkrise zur Folge. Kernenergie wäre eine weitere Möglichkeit, denn Spaltmaterial ist sicherlich noch für ein weiteres Jahrhundert verfügbar, nicht aber in den Niederlanden. Dadurch könnte ein großer Beitrag zur Senkung der Treibhausgase geleistet werden, andererseits würden wir die kommenden Generationen jedoch mit radioaktiven Abfällen belasten. Es könnten auch drastische Einsparungen bei dem derzeitigen Energieverbrauch vorgenommen werden, aber besonders hohe Ergebnisse ließen sich damit kurzfristig wohl nicht erzielen. Dies liegt vor allem daran, weil Politiker und Ökonomen das wirtschaftliche Wachstum als erforderliche Bedingung für die weitere Entwicklung der Niederlande bezeichnen.
 
Das Wasser- und Nahrungsproblem
Die Überbevölkerung ist auch ein Problem in Bezug auf die Verfügbarkeit von Wasser und Nahrungsmitteln. Die Nachfrage nach Wasser nimmt in aller Welt zu. Vor allem für die Landwirtschaft - aber auch für die Industrie und private Haushalte - wird ein immer größerer Teil der Wasservorräte benötigt. Viele Länder sehen sich mit Wasserknappheit konfrontiert. Dies gilt in puncto Quantität - es gibt zu wenig Wasser - als auch in puncto Qualität - es gibt zu wenig sauberes Wasser. Es ist deutlich, dass der Wassermangel zu Missernten, Hungersnöten, Flüchtlingsströmen, ethnischen Konflikten, Epidemien und anderen gesundheitlichen Problemen führt. Wasser und Nahrung für die Bevölkerung in den durch Naturkatastrophen oder Kriege getroffenen Gebieten sind immer die ersten Formen der Hilfe. Aber dadurch wird weder langfristig noch strukturell etwas Wesentliches an den Lebensbedingungen der Bevölkerung geändert.
 
Die internationale Staatengemeinschaft sollte sich einmal Gedanken über die moralischen Aspekte dieser sporadischen Hilfeleistungen machen. Auf der einen Seite wird Menschen (berechtigterweise) Hilfe und die Hoffnung auf eine (bessere) Zukunft geboten. Aber andererseits hat die internationale Gemeinschaft wenig für wirkliche Maßnahmen übrig, durch die das Elend der jeweiligen Bevölkerungsgruppen strukturell gelindert werden kann. Häufig fehlt es am politischen und wirtschaftlichen Willen, in einem durch Konflikte zerrissenen Gebiet einen wirklichen und zu der betreffenden Kultur passenden Frieden zu gestalten. Nicht selten kommt es vor, dass die Gegensätze in der Vergangenheit von der industrialisierten Welt selbst angefacht wurden, um die eigenen geopolitischen Interessen zu gewährleisten. Beispiele hierfür sind der palästinensisch-israelische Konflikt im Nahen Osten, der Guerillakrieg in Afghanistan, der Kampf zwischen dem Iran und dem Irak sowie die aktuelle Krise im Irak. Hinzu kommen die zahllosen Konflikte in Afrika, bei denen die regionalen Regierungen, Kriegsherren und die verschiedenen Stämme von den einzelnen Großmächten abwechselnd unterstützt werden.
 
Darüber hinaus werden auch nur wenig strukturelle Maßnahmen ergriffen, damit die armen Länder und die Produzenten in diesen Ländern einen besseren Zugang zu den (internationalen) Märkten erhalten. Sobald effektive Maßnahmen zur Benachteiligung der eigenen Wirtschaft führen, stellen sich die reichen Länder meistens taub. Darum bleiben protektionistische Schutzwälle bei den Industriestaaten weiter bestehen, werden billige oder nicht mehr benötigte Produkte in armen Ländern zu Schleuderpreisen verkauft und werden die Rohstoffpreise geschützt oder die Waffenverkäufe an arme Regimes und in instabilen Gebieten nicht gesenkt. Außerdem kommen diese Länder nicht auf den Gedanken, ihren eigenen ökologischen Fußabdruck zugunsten desjenigen der Bevölkerung in den armen Ländern zu verkleinern. Der eigene Wohlstand muss erhalten bleiben. Daran darf sich nicht einmal etwas ändern, um die minimalen und häufig unzureichenden Lebensbedingungen der Ärmsten auch nur ein wenig zu verbessern. Und das, obwohl die Geschichte gezeigt hat, dass der Wohlstand letztendlich dazu führt, dass das Bevölkerungswachstum in jenen Ländern dadurch abnehmen würde.
 
Ein wissenschaftliches und technologisches Problem
Es könnte möglich sein, dass Wissenschaft und Technik nachhaltige Lösungen für eine Welt bieten können, die am Ende des 21. Jahrhunderts zehn bis elf Milliarden Menschen zählen wird. Das bringt uns nun zu der Tatsache, dass eine Überbevölkerung auch ein technisches Problem ist. Gerade bei technischen Wissenschaftlern besteht der hartnäckige Fortschrittsglaube für die Menschheit. So lautet eines der Argumente gegen die bereits angeführte Malthusianische Krise, dass all die zusätzlichen Menschen auch zusätzliche Gehirnleistung, Kreativität und neue Lösungen bieten. Die Katastrophe ist bisher ausgeblieben und die Malthusianische Falle wurde inzwischen immer wieder angepasst. Unter anderem die Erfindung der Dampfmaschine und die Entwicklungen in der Landwirtschaft haben sich günstig auf das Verhältnis zwischen dem Bevölkerungsumfang und der dafür benötigten Oberfläche ausgewirkt. Die Grüne Revolution, bei der rationale Anbaumethoden die Erträge der Futterpflanzen erheblich gesteigert haben, ist eine der Lösungen, die die Wissenschaft für die Nahrungsknappheit und die Armut vorgelegt hat. Allerdings gibt es mehr wissenschaftliche und technologische Trends, die zu Lösungen für die uns bevorstehende Armut in aller Welt führen können.
 
Leider erweist sich die Realität als widerspenstig. Ziemlich viele der Szenarien, die erarbeitet werden, um eine weltweite Katastrophe abzuwenden, bleiben auf der Ebene von Science-Fiction. Theoretisch lassen sie sich gewiss umsetzen, aber die politischen, finanziellen und praktischen Hindernisse sowie die Unsicherheit erweisen sich als so groß, dass sie nicht - auf jeden Fall nicht rechtzeitig - verwirklicht werden können. Die sichere Kernfusion ist zum Beispiel eine solche futuristische Lösung für das Energieproblem. Die jahrzehntelange Forschung und die hohen Investitionen haben uns jedoch kaum einen Schritt dichter zu deren Anwendung gebracht. Außerdem verkehrt sich die öffentliche Meinung in den europäischen Ländern immer stärker gegen solche Kraftwerke. Dies gilt auch für andere technologische Lösungen zu einer Vielzahl von Problemen, die die Kombination aus großem Wohlstand und einer Weltbevölkerung von mehreren Milliarden Menschen mit sich mitbringt. Es ist sicherlich so, dass Wissenschaft und Technologie einerseits die Tragfähigkeit der Erde steigern und andererseits die Belastung, die die wachsende Bevölkerung auf die natürlichen Ressourcen ausübt, vermindern kann. Aber das Tempo, in dem dies in der Vergangenheit verlaufen ist, lässt berechtigte Zweifel aufkommen, ob die weltweite Einführung dieser neuen Technologie überhaupt schnell genug stattfindet.
 
Ein politisches Problem
Im Prinzip haben Länder wie China und Indien sowie alle weiteren sogenannten unterentwickelten Länder einen Anspruch auf genauso viel Wohlstand, Ausbildung, Gesundheitsfürsorge und Konsumgüter wie die westlichen Länder. Wenn wir von dem Prinzip des ökologischen Fußabdrucks ausgehen und wir alle so wie der durchschnittliche Nordamerikaner leben wollen, der 9,4 Hektar biologisch produktiver Fläche benötigt, dann wäre auf unserer Erde nur Platz für 1,25 Milliarden Menschen. Wenn wir den Wohlstand des durschnittlichen Niederländers als Ausgangspunkt wählen, liegt die Grenze bei 2,7 Milliarden. Es ist deutlich, dass die Erde eine Weltbevölkerung von sechs Milliarden Menschen mit einem Wohlstand der höchstentwickelten Länder nicht tragen kann. Dann sind für die Zukunft nur zwei Lösungen denkbar: Wir haben viele Arme oder wir haben mehr Wohlstand pro Kopf bei weniger Menschen.
 
Dadurch ist die Überbevölkerung jetzt vor allem ein politisches Problem. Darum muss nun eine offene Diskussion über die Konsequenzen zu dem jetzigen Produkt aus Wohlstand und Bevölkerung geführt werden, bei dem das Ergebnis zu groß ist für die jetzige Tragfähigkeit der Erde. Dies wird jedoch nicht als (politische) Notwendigkeit empfunden. Anscheinend sind sich die meisten Menschen der drohenden Katastrophe, die Überbevölkerung heißt, noch nicht bewusst. Trotzdem muss man sich auch in politischen Kreisen mit dieser Frage auseinandersetzen. Dann muss eine Entscheidung getroffen werden. Denn ob man sich - wie in den Niederlanden - für eine Verminderung des Wohlstands oder für eine Senkung der Bevölkerung entscheidet, die Auswirkungen werden auf jeden Fall erst in einigen Jahrzehnten spürbar sein. Wenn wir noch länger zögern, werden uns die nachkommenden Generationen deshalb verurteilen.
 
 
Malthusianer und der Club der zehn Millionen
 
Der britische Demograf und Ökonom Thomas Robert Malthus (1766-1834) sah an der Grenze des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts voraus, dass das Bevölkerungswachstum sich schneller als die Zunahme der Nahrungsproduktion entwickeln würde, was Hungersnöte zur Folge hätte. Sobald die Bevölkerung einen gewissen Grenzwert erreicht, sorgt eine Krise dafür, dass die Überbevölkerung durch eine erhöhte Sterblichkeit (durch Hunger und Krankheit) wieder ins Gleichgewicht mit den Ressourcen kommt. Nur Verhütungsmittel und Abtreibung könnten eine Katastrophe verhindern, aber dagegen versetzte sich Malthus - selber ein anglikanischer Pfarrer - mit Händen und Füßen. Malthus und seine Anhänger machten sich vor allem Sorgen über das ausschweifende Fortpflanzungsverhalten der Arbeiter und Besitzlosen. Malthus war der festen Überzeugung, dass eine Zunahme des Wohlstands das Bevölkerungswachstum fördern würde. Das Gegenteil sollte sich jedoch als wahr herausstellen. Je mehr Wohlstand, desto weniger Kinder. Die Neo-Malthusianer denken weniger pessimistisch über das Bevölkerungswachstum und den Wohlstand, vertreten aber den Standpunkt, dass die Tragfähigkeit von Mutter Natur dem Bevölkerungswachstum natürliche Grenzen setzt. Letztendlich denkt der Neo-Malthusianer, dass die Technologie bei der Verhinderung der Malthusianischen Krise eine Rolle zu spielen hat. Durch die Entwicklung der Technologie kann die Erdkugel schließlich effizienter eingesetzt werden. Die Technologieoptimisten und die Technologiepessimisten vertreten unterschiedliche Ansichten dazu, inwieweit der technologische Fortschritt eine Katastrophe für zehn Milliarden Erdbewohner verhindern kann. Auf jeden Fall ist man sich darüber einig, dass Aufklärung über Verhütungsmittel und vor allem deren Verwendung wichtige Mittel darstellen, um eine solche Katastrophe hinauszuzögern beziehungsweise zu verhindern.
 
In den Niederlanden hat die Stiftung „Der Club der zehn Millionen“ (CvTM) 1994 den Gedanken der Malthusianer und des Clubs von Rom, der in den sechziger Jahren eine ökologische Katastrophe durch unter anderem Überbevölkerung, Wohlstand, Vergeudung und Verschmutzung prophezeite, wieder aufgegriffen. Dieser Club, der sich dafür einsetzt, dass die maximale Bevölkerung der Niederlande zehn Millionen zählt, will auf keine Weise in einen Zusammenhang mit Rassenpolitik oder einer gezwungenen Beschränkung der Kinderzahl gebracht werden. Der CvTM strebt allerdings eine staatliche Politik an, die auf Dauer dazu führen muss, dass die Bevölkerungszahl, die die Niederlande tragen kann, zehn Millionen erreicht. Starke (finanzielle) Anreize, um die Zahl der Kinder und den Migrationsüberschuss zu beschränken, dürfen, damit die Aufklärung genügend Wirkung zeigt, dabei nicht gescheut werden (www.overbevolking.nl).
 
Tabelle 1
Der Living Planet Report aus dem Jahr 2006 enthält die folgenden Zahlen zu dem durchschnittlichen ökologischen Fußabdruck pro Einwohner (Stand: 2003).
 
Kontinente
Länder
Nordamerika
9,4 Hektar
Vereinigte Arabische Emirate
11,9 Hektar
Europäische Union
4,8 Hektar
USA
9,6 Hektar
Europa (außer EU)
3,8 Hektar
Belgien u. Luxemburg
5,6 Hektar
Welt
2,23 Hektar
Niederlande
4,4 Hektar
Mittlerer Osten und Zentralasien
2,2 Hektar
Ungarn
3,5 Hektar
Lateinamerika und Karibik
2,0 Hektar
Türkei
2,1 Hektar
Verfügbare Biokapazität
1,8 Hektar
Brasilien
2,1 Hektar
Asien (pazifischer Raum)
1,3 Hektar
Algerien
1,6 Hektar
Afrika
1,1 Hektar
China
1,6 Hektar
 
 
Kenia
0,8 Hektar
 
 
Indien
0,8 Hektar
 
2008
 

World population