Overpopulation Awareness is the website of Stiftung Der Klub der Zehn Millionen

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Die Welt ist für uns zu klein

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Richtig bevölkert, oder?

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Eine gute Umwelt beginnt mit der Bekämpfung der Überbevölkerung

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Mehret euch nicht

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Grenzen des Wachstums

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Bevölkerungsdruck und PKWeh

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Ehepaare mit Kinderwunsch sind für die Zukunft doppelt verantwortlich

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Überbevölkerung = Überkonsum

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Stopp die Ausschöpfung und Verseuchung der Erde

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Zu wenig Wohlfahrt für zu viel Menschen

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Wir lieben Menschen, aber nicht ihre Zahl

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Wir können die Menschheit nicht auf sich bewenden lassen

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Sonntag, 26 September 2010 19:13

Die multikulturelle Gesellschaft als Illusion

Die multikulturelle Gesellschaft ist an sich schon ein innerer Widerspruch. Landläufig wird angenommen, dass das Zusammenfügen von Kulturen automatisch zu einer Synthese führt. Trotz des schönen Scheines ist der Begriff
multikulturell oft die Ursache von Spannungen und Konflikten. Eine multiethnische Gesellschaft scheint jedoch sehr gut möglich, vorausgesetzt dass dies innerhalb einer überkuppelnden Kultur geschieht: Kulturelle Einheit bei Verschiedenheit nach Herkunft.
 
Teil I Eine kurze Schilderung unserer Problematik
In diesem Teil wird dargestellt wofür die Stiftung steht und warum sie es für ihre Pflicht hält die gesellschaftlichen Aspekte des Multikulturalismus anzusprechen. Im zweiten Teil wird der Multikulturalismus näher analysiert. Im dritten Teil werden die Hindernisse für die Durchführung einer rationalen Politik skizziert. Teil IV umfaßt Vorschläge.
 
1. Was will die Stiftung des Klubs der zehn Millionen?
Das Ziel des Klubs der zehn Millionen ist der Erhalt und die Verbesserung der Lebensqualität von allen legalen Einwohnern der Niederlande. Der Klub sieht die wachsende weltweite Überbevölkerung und die Überbevölkerung im eigenen Land als eine der größten Bedrohungen für die Lebensqualität der Menschen und für das Fortbestehen anderer Lebensformen. In einem ersten Schritt will der Klub einen breiten gesellschaftlichen Bewußtwerdungsprozess in Gang setzen.
Denn es wird hier immer voller und es gibt stets mehr Einschränkungen der individuellen Freiheit. Dadurch nehmen Kriminalität und Aggressivität immer mehr zu. Deswegen ist die Hauptzielsetzung der Stiftung : Förderung eines Bevölkerungsrückganges in absehbarer Zeit auf eine verantwortete Anzahl. Vorläufig wird gedacht an zehn Millionen. Dies  war unsere Bevölkerungsanzahl in den 50-er Jahren. Damals galt die Niederlande, nicht nur im ökonomischen Sinne, schon als überbevölkert und wurde durch den Staat eine aktive Emigrationspolitik betrieben. Was der Staat damals fand, finden wir noch immer. Wir befinden uns mit dieser Meinung in guter Gesellschaft.
Willem Drees, gesammelt in Drees 90, “Geschriften en Gesprekken“ (Schriftstücke und Gespräche, 1976), von Prof. Dr. Jan Pen (Tegenspraak, (Widerspruch), 1994 ), vor allem seine Äußerung „Die Fortpflanzung wird zu sehr romantisiert “ in www. Milieudefensie/Umweltschutz vom September 1997.
Kürzlich noch die Veröffentlichungen von Pim Fortuyn und Pieter Lakeman „Binnen zonder kloppen“ (Herein ohne Anklopfen, 1999). Von einem viel früheren Datum, aber deswegen nicht weniger bemerkenswert ist die Thronrede von 1979, worin gesagt wird:„Unser Land ist zu voll, teilweise überfüllt.“
 
2. Immigration wird zur Sprache gebracht
In den ersten fünf Jahren ihres Bestehens hat die Stiftung sich in ihren Schriften vor allem mit Themen wie ökologische Tragkraft, das Wohlergehen von Menschen und Tieren, Geburten und Vergreisung befasst.
Was die Immigration betraf, hat sie sich zurückhaltend verhalten, was vor allem mit dem gesellschaftlichen Tabu,womit dieses Phänomen behaftet ist, zu tun hatte. Aufgrund ihrer Zielsetzungen sah sich die Stiftung gezwungen um die Immigration in aller Deutlichkeit zur Sprache zu bringen, im Hinblick auf seinen wichtigen Beitrag, den sie an dem Bevölkerungsdruck in unserem Land hat. Jedes Land trägt selbst die Verantwortung für seinen Bevölkerungsüberschuss und man sollte diese Verantwortung nicht auf andere Länder abwälzen.Momentan nimmt die Bevölkerung der Niederlande noch immer zu. Der Immigrationsüberschuss und die Geburtenzunahme liefern inzwischen dengleichen Beitrag am Wachstum der Bevölkerung. Der Effekt der Immigration ist im wesentlichen noch stärker als aus den Zahlen abzulesen ist, weil bei der Zahl der Geburten auch die in den Niederlanden geborenen Kinder der Immigranten mitgezählt werden. Inzwischen ist die Geburtsrate unter der einheimischen niederländischen Bevölkerung gesunken bis unter das Ersatzniveau von 2,1 Kindern pro Frau (dies ist die Zahl, die von offizieller Seite hantiert wird); was über kürzere Zeit zu einer Verringerung der Bevölkerung führen könnte. Aber diese günstige Entwicklung droht durch den noch steten Zustrom von neuen Immigranten und ihre durchschnittlich größeren Familien vollkommen zunichte gemacht zu werden.
 
Als ersten Schritt haben wir eine Bestandsaufnahme von dieser Problematik gemacht. Das Resultat wurde in einer Broschüre mit dem Titel: “Eine völlige Besetzung, die Niederlande und Immigration“ wiedergegeben. Auf einen der darin genannten Aspekte, möchten wir in dieser Broschüre näher eingehen, nämlich die gesellschaftlichen Folgen für die niederländische Gesellschaft, mit dem zentralen Begriff: „Die multikulturelle Gesellschaft“.
 
3. Die gesellschaftlichen Folgen der Immigration
Im Auftakt unserer Schriften als Grundsatzerklärung, als Programmvorlage sowie in der Broschüre über die Niederlande und Immigration nimmt die Stiftung das Folgende zum Ausgangspunkt: die Besorgnis um die Lebensqualität. Die Bedrohung hiervon durch Immigration kommt nicht nur durch den Beitrag an dem Bevölkerungsdruck, sondern auch durch das Risiko einer ernsthaften gesellschaftlichen Zerrüttung.
 
Es wird immer offensichtlicher, dass der Zustrom in so kurzer Zeit von so vielen Menschen mit so abweichenden Kulturen durch unsere Gesellschaft nicht angemessen verarbeitet werden kann. Und natürlich ist ,bei der vor kurzem vollzogenen Immigrationswelle in den Niederlanden, die Rede von mehreren Kulturen gewesen, aber es handelte sich dabei meistens immer um einen gemeinschaftlichen, meist christlichen Hintergrund. Die Immigranten konnten trotz ihres geographischen Umzuges in ihre eigene gesellschaftliche Säule gelangen. Integration fand damals darum auch in verschiedenen Bereichen statt. Jetzt findet Integration kaum statt, weil die Neulinge keine für sie geeignete bestehende Säule in der niederländischen Gesellschaft vorfinden. Heutzutage gibt es im übrigen keine Säulen mehr und es zeichnet sich dadurch stets deutlicher eine „spontane Apartheid“ zwischen Einheimischen und den verschiedenen Gruppen von Einwanderern ab. Die sanfteste Form hiervon, die man in den Niederlanden überall wahrnehmen kann, besteht in dem gegenseitigen Vermeidungsverhalten. Dies äußert sich unter anderem in dem Entstehen von „schwarzen Schulen“ und „schwarzen Stadtteilen“.
 
Die Möglichkeiten auf Integration werden immer kleiner und die Möglichkeiten auf eine permanente Apartheid in unserer Gesellschaft nimmt stets mehr zu wenn die Zahl der Einwanderer zunimmt und der Zustrom anhält. Das bedeutet eine permanente Quelle von Spannungen und Konflikten, sowie Ereignisse (siehe an anderer Stelle in unserer Broschüre) aus früheren Zeiten und aus der Gegenwart nur allzu deutlich machen.
Wir können es auch anders formulieren: eine multikulturelle Gesellschaft, oder das permanente Nebeneinander von zwei oder mehr sehr unterschiedlichen Kulturen innerhalb ein und derselben Gesellschaft ist eine Illusion und programmiert viele gesellschaftlichen Problemen schon  vor.
 
4. Die Niederlande als multikulturelle Gesellschaft
Genauso wie viele andere westeuropäischen Länder hat sich die Niederlande zwischen 1960 und 2000 zu einer multikulturellen Gesellschaft entwickelt. Bis 1960 wurden die Niederlande vor allem bewohnt durch Menschen, die ihren Ursprung in einer ebenso jahrhundertealten westeuropäischen christlichen Kultur hatten. Nach 1960 entstand eine umfangreiche Immigration. Ein großer Teil von unseren neuen Landsmännern stammt aus anderen Weltteilen ab. Ihre Kultur stützt sich auf andere nicht christliche Religionen und auf andere untereinander abgestimmte Umgangsformen. Dieser andere Hintergrund geht gepaart mit anderen Auffassungen über das Leben, die Arbeit, die Heirat und das Funktionieren des Staates. Ihre Immigration hat sich in den letzten Jahrzehnten ohne politischen Weitblick und Lenkung vollzogen: die Entwicklungen widerfuhren uns. Eine gute Begleitung hat es nicht gegeben und dies hat eine Segregation verursacht, wodurch Gruppen von Menschen in eine langwierige Situation der Aussichtslosigkeit und Abhängigkeit gelangt sind. Die Stiftung ist beunruhigt über diese Gruppen (siehe die Tabelle am Ende des Dokumentes) und über den bleibenden großen Zustrom von Menschen aus für uns fremden Kulturen. In dieser Aufzeichnung wollen wir gerne nachweisen dass man Fehler begangen hat. Wir werden Vorschläge zur Wiedergutmachung der Fehler aus der Vergangenheit und zur Vorbeugung in der Zukunft machen.
 
5. Beunruhigende Situation
Auf dem Phänomen Immigration ruht in den Niederlanden ein großes Tabu, welches durch ideologisch inspirierte Gruppen, welche die multikulturelle Gesellschaft als eine Bereicherung präsentieren und jeden Widerstand gegen Immigration als verdächtig mit Umschreibungen wie „Rassismus“ und sogar ’’Faschismus“ hinstellen. Dieser Tabubereich wird mit dem Begriff „politische Korrektheit“ angedeutet, welche die Medien völlig beherrschen und wodurch die Politik es vollkommen aufgegeben hat. Die Folge ist, dass ein Vierteljahrhundert lang schon eine offene Diskussion und ein politisch rationelles Handeln gelähmt wird.
 
Das Beunruhigende an dieser Situation ist, das bis heute nichts dafür spricht, dass diese Lähmung in absehbarer Zukunft abnehmen wird. So lange die heutige wirtschaftliche Wohlfahrt und die relativ stabilen politischen Verhältnisse andauern, kann dieses Spannungsfeld wahrscheinlich ziemlich verborgen bleiben. Wir sind allerdings damit beschäftigt ohne Nutzen oder Notwendigkeit unsere kommenden Generationen sowohl den Immigranten wie den Einheimischen Probleme aufzubürden, wofür sie uns wahrscheinlich wenig dankbar sein werden.
 
Ein wohl sehr bitterer Aspekt ist dass die neue Zweiteilung in unserer Gesellschaft erst richtig gut in unserer Gesellschaft aufkam als damals die alten bestehenden Gegensätze und die Ungleichmäßigkeit im Wohlstand innerhalb der einheimischen Bevölkerung in schnellem Tempo verschwanden. Dies alles dank sei der Einführung der sozialen Sicherheit, der vergrößerten gesellschaftlichen Mobilität (Zugänglichkeit hoher Positionen für Leute aus allen Rängen und Ständen), der Frauenemanzipation und dank sei dem Verschwinden der Säulenstruktur und der bestehenden religiösen Gegensätze.
 
6. Die Position der Stiftung
Die Stiftung findet die entstandene Situation und die Voraussichten bei der Fortsetzung der heutigen Politik sehr beunruhigend. Sie findet, dass es ihre Pflicht ist um alles was in ihren Kräften steht einzusetzen um einen Beitrag an dem Verschwinden der Lähmung zu liefern und zu guter Letzt eine offene Diskussion zu bewerkstelligen. Sie ist sich durchaus davon bewußt, dass sie auf ihrem Weg sehr viel Widerstand und Verdächtigungen ausgesetzt sein wird (der Glöckner traf jedenfalls selten allgemeinen Zuspruch an). Darum wollen wir ein paar Ausgangspunkte eindringlich verdeutlichen:
 
  • Die signalisierten interkulturellen Spannungen kommen durch die universellen Eigenschaften der menschlichen Gesellschaften. Diese gab es bei allen Völkern und in allen Zeiten. Es ist dabei überhaupt nicht von Bedeutung, ob eine Kultur besser oder schlechter wäre als die andere.
  • Die Stiftung findet, dass Migration sehr wichtig ist, aber dann vor allem, wenn von zweiseitiger Migration die Rede ist. Gerade dieses fehlt gänzlich. Wenn sich zum Beispiel niederländische Schweinezüchter in Surinam hätten niederlassen dürfen, dann hätte vielleicht in beiden Ländern eine Bereicherung stattgefunden.
  • Die Verantwortlichkeit für die drohende gesellschaftliche Zerrüttung geht einzig und allein auf das Konto unserer eigenen niederländischen Gesellschaft, vertreten durch den Staat, die unzulänglich wehrhaft ist in bezug auf ideologische Gruppen die Druck ausüben. Die Immigranten trifft keinerlei Schuld, denn sie machen lediglich Gebrauch von der Gelegenheit die ihnen geboten wird. Das Obengenannte bedeutet, dass wir uns von jeder Form von Rassismus und Diskriminierung distanzieren.
  • Wir haben nach Ehre und Gewissen versucht unsere Botschaft und die Betrachtungen die dazu gehören so deutlich wie möglich in Worte zu kleiden. Wir meinen nichts anderes als das, was wir schreiben.
 
Teil II Eine nähere Analyse der Multikultur
Jede Gesellschaft ist in mehr oder weniger multikulturell. Eingreifende demographische Veränderungen in einer Gesellschaft können große Unruhe und eine Art bleibende Apartheid verursachen. In diesem Teil werden die Aspekte vom Leben nebeneinander verschiedener kultureller Gruppen in der Gesellschaft näher analysiert. Eine Reihe von Dingen werden in einen historisch und internationalen Rahmen gesteckt; was können wir von Situationen, die sich irgendwo in der Welt ereignen oder sich im Laufe der Geschichte ereignet haben lernen?
Es wird deutlich werden dass die Entwicklungen die sich in den Niederlanden ereignen und uns möglicherweise noch erwarten, einem allgemein menschlichen Muster folgen und sich schlecht von utopischen Ideen steuern lassen.
 
7. Stufen von Gastfreundschaft /Gastfreiheit bei der Immigration
Bei dem Empfang von Immigranten im Gastland gibt es allerlei verschiedene Stufen, die von „Gastfreiheit“ bis Abkehr reichen. Manchmal kann man von einem herzlichen Empfang sprechen. Man denke zum Beispiel an die Hugenotten aus dem 17. Jahrhundert in Frankreich. Sie suchten und fanden in den Niederlanden gerade etwas von ihrer eigenen Identität. Man denke an die Europäer, worunter ungefähr eine halbe Million Niederländer, die nach Kanada, Australien und Neuseeland emigrierten, als die Niederlande mit zehn Millionen Einwohnern zu voll wurden. In diesen Fällen handelte es sich meistens um Menschen mit demselben kulturellen Hintergrund, des  Gastlandes.
Manchmal handelte es sich um Anwerbung. So wurden spanische, italienische, türkische und marokkanische Gastarbeiter zur Arbeit  in den Niederlanden angeworben. Bei dem Import von Sklaven aus Afrika auf den amerikanischen Kontinent handelte es sich um Zwang; dieses gilt auch für die Zwangsverschickung/ Deportierung der Indianer aus Nordamerika in Reservate.
Wir kennen auch gewaltsame Konfrontationen zwischen Immigranten und Einheimischen: zum Beispiel den Kampf zwischen Juden und Palästinenser in Israel; den Kampf zwischen weißen Amerikanern und Indianern; den Streit der Engländer gegen Aboriginals und Maoris in Australien und Neuseeland. Diese letzten zwei und die Indianer haben zu guter Letzt ihre eigene Kultur so gut wie verloren und sind sogar beinahe ausgerottet worden.
 
In der Republik der Niederlande verlief im 17. Jahrhundert die Immigration reibungslos und spielte gesellschaftlich eine positive Rolle. Die Zahl der Immigranten war relativ groß, aber verglichen mit den heutigen Zahlen würde man sie als klein einschalen. Die Neulinge, meistens gut ausgebildete Menschen, waren sehr erwünscht. Dadurch passten sie sich einfach an. Mit zwei Millionen Einwohnern gab es damals hier noch genug Platz. Jeder, der kam mußte für seine eigene Existenz kämpfen. Es gab nämlich noch keine soziale Unterstützung. Es hieß also anpassen oder misslingen. Die Situation änderte sich, als ab 1970 wirtschaftlich und sozial gesehen weniger wehrhafte Immigranten in großen Mengen kamen. Damals wurde die Immigration in die Niederlande zum Diskussionsthema und zum Spannungsfeld.
 
8. Unterschiede in der Gesellschaft
Innerhalb einer vorgegebenen/bestehenden Gesellschaft können Bevölkerungsgruppen sich auf verschiedene Arten voneinander unterscheiden. Hierunter folgen einige Beispiele:
 
  • Nach Religion. Hindus und Moslems in Indien. Moslems und Christen in Ägypten, dem Libanon, in Ambon. Protestanten und Römische Katholiken in Nordirland.
  • Nach gesellschaftlichen Positionen. Ein extremes Beispiel ist das Kastensystem in Indien. Mildere Formen kommen in beinah allen Gesellschaften vor.
  • Nach Rasse. Weiße und Farbige in den USA und in Südafrika. Hindus und Kreolen in Surinam.
  • Nach Ethnizität. Ein ziemlich vager Oberbegriff, wobei der Akzent auf eine gemeinsamen Sprache, Stammesverwandtschaft, Rasse oder Religion liegen kann. Oft treffen mehrere dieser Kennzeichen zusammen. Türken und Griechen auf Zypern. Verschiedene Stämme in den meisten afrikanischen Ländern (z.B.Hutus und Tutsi in Ruanda und Burundi). Die Singhalesen und Tamils in Sri Lanka. Die Basken in Spanien. Die Flamen und Wallonen in Belgien.
 
Im Allgemeinen fallen die obengenannten Arten der Unterschiede zusammen mit den Kulturunterschieden.
 
9. Segregation in Vierteln
Ein universell menschliches Phänomen ist, dass man sich in Gruppen mit einer gemeinschaftlichen Identität zusammenschließt, wobei die Gruppenmitglieder eine bestimmte Geborgenheit finden. Je größer die kulturellen Unterschiede zwischen den Gruppen innerhalb einer Gesellschaft sind desto schwieriger wird das Zusammenleben in multikulturellen Vierteln oft. Die Spannungen steigen, in dem Maße wie sich die verschiedenen Gruppen deutlicher voneinander unterscheiden. Das resultiert meistens im Vermeidungsverhalten um Konflikten aus dem Weg zu gehen. (Bericht des sozialkulturellen Planungsamtes, 1988, Seite 260).
 
Vor allem die Industriezentren haben Gastarbeiter, später wurden sie ausländische Arbeitnehmer und Immigranten genannt, angezogen. Die ursprünglichen Einwohner ziehen demzufolge weg und es entsteht ein Viertel von Ausländern und Minderheiten. Die bestehenden Zusammenballungen haben daraufhin wiederum eine enorme Anziehungskraft für die nächste Generation von Neulingen, was zur Folge hat das noch mehr Einheimische wegziehen. Das schon länger existierende Vorurteil über Kriminalität, Lärmbelästigung usw. in Problemvierteln wird dadurch noch verstärkt. Selbst wenn die wirtschaftliche Situation sich nicht verschlechtert, bleibt bei einem ständigen Immigrantenzustrom die Arbeitslosigkeit in solchen Vierteln hoch. Nachstehend folgen einige Beispiele von Segregation in Vierteln:
 
  • Die Judenviertel in vielen osteuropäischen Städten vor dem zweiten Weltkrieg;
  • Das chinesische Viertel „Chinatown“ in San Francisco (USA) und das schwarze Getto Harlem in New York;
  • Die Viertel mit einer hohen Konzentration von Westindiern in Bijlmer (einem Stadtteil von Amsterdam)
  • In Berlin anno 1999 wird ein bestimmtes Viertel „Istanbul an der Spree“ genannt.
 
In diesem letztgenannten Stadtviertel hat sich ein türkischer „Mikrokosmos“ entwickelt mit einer nahezu „selbstversorgenden“ Gemeinschaft von einigen Hunderttausenden mit eigenen Geschäften und allerlei anderen Formen von Geschäftigkeit. Man empfängt nur türkische Radio- und Fernsehsender. Durch ihr Ausgerichtetsein auf die eigene Gruppe spricht die dritte Generation von Türken schlechter Deutsch als die zweite Generation. Nur in der Schule ist Deutsch zu hören. Solch ungewünschte Entwicklungen drohen auch den Niederlanden.
Etwas derartiges passiert auch in Rotterdam in dem Viertel Delfshaven (siehe die Volkskrant vom 22 Januar 2000, Seite 6). Die ungeschickte  niederländische Vorgehensweise, nämlich die Einführung von nicht niederländischem Unterricht, hat dazu geführt, dass z.B.die türkische Gemeinschaft in den Niederlanden am schlechtesten von allen türkischen Gemeinschaften in Westeuropa funktioniert.
 
Dank sei demselben Vermeidungsverhalten wie in den Wohnvierteln entstehen in solchen Städten sogenannte „schwarze Schulen“ mit vorwiegend ausländischen Schülern. Dies zeigt, dass man einander beinahe ängstlich zu entkommen versucht. Sobald die Zahl ausländischer Schüler und Lehrer auf einer Schule eine große Prozentzahl einnimmt, vermeiden einheimische Schüler solche Schulen und wird die ganze Schule in rasendem Tempo ausländisch. An 6% von den niederländischen Grundschulen sind 50% Ausländer. In den großen Städten sind auf 41% der niederländischen Grundschulen sogar mindestens 60% Ausländer (Bericht vom CBS, dem niederländischen statistischen Amt, 1997, Seite 252).
 
10. Die neue Apartheid
Man kann sich natürlich fragen, ob die Minderheiten sich  überhaupt wirklich integrieren wollen. Wie man erwarten konnte, zeichnet sich immer mehr eine Apartheid in unserer Gesellschaft ab. Der Mechanismus vom Entstehen von schwarzen Schulen und schwarzen Vierteln wurde schon eher genannt. Vielsagend sind auch zwei Zitate aus dem Bericht des sozialkulturellen Planungsamtes 1998:
 
Seite 244: „Wenn Minderheiten beinahe ein Drittel der Stadtbevölkerung formen und im Begriff sind eine Mehrheit zu werden, dann kann man weder von Dekonzentration noch von Integration sprechen. Das Phänomen der Gettos taucht auf. 1997 wurden die folgenden Prozentsätze von Minderheiten in bestimmten Stadtvierteln festgestellt: in Amsterdam 32%, in Rotterdam 31%, in Den Haag 27%, in Utrecht 21%.
Seite 271: „Anstatt einer gelungenen Integration sehen wir eine langsam abbröckelnde Gesellschaft mit separat entwickelnden Minderheiten und menschenunwürdigen Zuständen in Asylantenheimen. Der niederländische Arbeitsmarkt kann die ankommenden Immigranten auf die Dauer nicht akzeptieren, außer in Zeiten der Hochkonjunktur und solange wir den wirtschaftlichen Wachstum als selig machend betrachten. Aber gerade bei einem Wirtschaftsrückgang wird die soziale Frustration nicht zu einer erfolgreichen Integration der Zuwanderer beitragen. Die fortschreitende Immigration und die maßstabsgetreue Vergrößerung des Ausländerteils in der niederländischen Gesellschaft werden die kulturelle Isolation der Ausländer an der Untergrenze einer mehrschichtigen Gesellschaft unumkehrbar machen. In den großen Städten zeichnet sich dies schon einigermaßen ab.“
 
Die neue Apartheid wird auch schon in der hohen Arbeitslosigkeit und der Armutskultur in den Ausländervierteln sichtbar. Diese letzten zwei Aspekte beschleunigen dann den Schritt in die Kriminalität. Trotz der enormen Anstrengung, welche das niederländische Unterrichtswesen und der Arbeitsmarkt für die Integration von den Immigranten leisten, bleibt ein Resultat durch den ständigen Zustrom von neuen Immigranten aus. Volkstümlich ausgedrückt: Wasser ins Meer tragen.. Es scheint ein Wettlauf zwischen Immigration und Integration zu sein. Die Aussicht auf eine erfolgreiche Integration nimmt immer mehr ab, währenddessen die Immigration zunimmt und die Bevölkerung wächst. Das sind Entwicklungen, die wir nicht wollen.
Darin sind wir nicht allein, so wie Artikel und Bücher aus der Gegenwart und der Vergangenheit beweisen (siehe die Literaturliste).
 
Das Fehlschlagen der Integration wurde in der NRC (wichtigste Tageszeitung in den Niederlanden) vom 29. Januar 2000 durch den Publizisten Paul Scheffer in seinem Artikel „das multikulturelle Drama“ analysiert und beschrieben. Dieser Artikel hat für so viel Wirbel gesorgt, dass er sogar Thema einer Parlamentsdebatte war, jedoch hat diese Debatte keinen Ansatz für eine wesentliche Veränderung der Rahmenbedingungen der Ausländerpolitik gebracht.
Man kann die Gesellschaft mit dem Ökosystem vergleichen. Wenn man das bestehende Gleichgewicht stört, dann kann es zu einer explosiven Situation kommen. Man spricht dann von einem gesellschaftlich feuergefährlichem Gemisch.
 
11. Veränderung in der Haltung von der Mehrheit
Die Niederländer gelten  historisch, und im Allgemeinen auch jetzt noch, als  ein gastfreies und tolerantes Volk gegenüber Immigranten. Beispiele gibt es mehr als genug, so wie die Hugenotten, die der Verfolgung in Frankreich entflohen, die Hunderttausenden Belgier die wegen der Gewalt des ersten Weltkrieges in ihrem Land auswanderten, so wie auch die Ungarn, Chilenen und andere Landesangehörige, die in den gerade erst verstrichenen Jahrzehnten vor Verfolgung in ihrem Land fliehen mußten. Auch die ersten Gruppen von Gastarbeitern nach dem zweiten Weltkrieg u.a. Italiener und Spanier waren willkommen und sind im Laufe der Zeit entweder in ihr Land zurückgekehrt oder haben sich in unserem Land integriert. Leider stellen wir jetzt allerdings fest, dass eine immer größer werdende Gruppe von Niederländern eine negative Haltung gegenüber Immigration und Immigranten annimmt. Die kann sich in dem schon eher erwähnten Vermeidungsverhalten (nichts mehr damit zu tun haben wollen) äußern oder kommt in einer aktiveren Antihaltung zum Ausdruck so wie z.B. Diskriminierung und Aggression. Die Gründe dafür liegen an erster Stelle in der Anzahl und der zweifelhaften Motivation, womit viele Immigranten in unser Land kommen.
 
Berechtigterweise stellt man sich die Frage welchen Sinn und Zweck dies hat. Aber emotional gesehen hat man auch die Neigung um allerlei soziale Probleme, so wie Kriminalität oder übermäßige Ansprüche auf Sozialhilfegelder einseitig mit bestimmten Immigrantengruppen zu assoziieren. (Anno 2005 ist es übrigens nicht mehr Tabu diese Neigung öffentlich mit dürren Zahlen zu unterstützen. Zu diesem Durchbruch hat der ermordete Pim Fortuyn kräftig beigetragen).
 Im Folgenden werden eine Reihe von Faktoren, welche die obengenannten Tendenzen verstärken, aufgelistet:
 
  • Eine beispiellose große Anzahl von Immigranten stehen einer erfolgreichen Integration im Weg.
  • Die zweifelhaften Gründe womit der Staat viele Immigranten in unser Land läßt. Der Staat gibt auch ganz offen zu, dass man ganz oft falsche Angaben macht um eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten, ohne das man daran etwas tut.
  • Der Mangel eines niederländischen Interesses bei der Ankunft von Immigranten. Laut dem Schriftsteller Pieter Lakeman kostet uns das 6 Milliarden Euro pro Jahr.
  • Die Immigranten kommen in ein Land, worin schon seit Jahrzehnten Überbevölkerung ein erkanntes Problem ist, dieses jedoch von offizieller Seite abgestritten wird; ihr Eintreffen schiebt die Aussicht auf ein Ende des Bevölkerungswachstums immer weiter nach hinten in der Zukunft und demotiviert die Niederländer, die selbst Geburtenregelung betreiben. Dazu hinzu kommt, dass die erste Generation der Immigranten ein abweichendes und unerwünschtes Verhalten an den Tag legt, so wie eine extrem große Kinderzahl. Gottlob sinkt die Kinderzahl in der zweiten und dritten Generation auf ein für die Niederlande übliches Niveau. Aber was hilft das, wenn immer wieder eine neue „erste“ Generation ankommt?
  • Die neuen Immigranten, welche oft Sozialhilfeempfänger sind, machen mehr als durchschnittlich Gebrauch von einer großen Reihe von kollektiven Einrichtungen. Gleichzeitig hat man bei diesen Einrichtungen für Unterprivilegierte starke Kürzungen vorgenommen. Von den Behörden fordern die Immigranten oft ziemlich viel, obwohl sie in ihrem Herkunftsland keinen Versorgungsstaat kannten.
  • Außerdem bekommt das Verhalten des Staates dem Ganzen überhaupt nicht. Man sollte in einem übervölkerten Land Immigrantengruppen nur dann Einlass gewähren, wenn eine breite Mehrheit der Bevölkerung hiermit einverstanden ist. Dabei sollte die Regierung ganz offen darin sein, dass die Ankunft von neuen Niederländern ein Opfer für alle schon
  • vorhandenen Einwohner unseres Landes bedeutet (finanziell und auch was den Bevölkerungsdruck betrifft). Die Entscheidung über die Zulassung von Ausländern, die bis jetzt ausschließlich eine Eliteangelegenheit von Beamten und Druckgruppen war, wird ganz systematisch aus einer öffentlichen Debatte herausgehalten. Die Einwohner unseres Landes spüren, dass ihre Meinung nicht gefragt wird. Sie fragen sich, was das für einen Sinn hat und wann das aufhört.
  • Häufige Zeitungsberichte über Kriminalität, Politik, Extremismus und Missbrauch von Sozialhilferegelungen spiegeln die Wirklichkeit wieder und verstärken das negative Bild. (Wenn diese Berichte absichtlich aus der Presse geholt würden (Zensur), dann würde das Bild noch negativer werden).
  • Die abwehrende Haltung gegenüber den niederländischen Normen und Werten, der mangelnde Einsatz beim Erlernen der niederländischen Sprache und der Rückzug in der eigenen ethnischen Gruppe, macht bei den einheimischen Niederländern einen schlechten Eindruck.
  • Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse schwieriger werden (zum Beispiel bei einer Zunahme der Arbeitslosigkeit oder bei Mangel an Grundstoffen) werden die gegenseitigen Abwehrreaktionen des feuergefährlichen Gemisches, welches wir Gesellschaft nennen, stärker.
 
Wenn sich dann außerdem eine größere Minderheit eindringlich mit einem eigenen Normensystem profiliert, ja sogar mit eigenen Gesetzen, dann erfährt man das als unangemessen und sogar als eine Gefahr für den eigenen Lebensraum.
Zwar fasst so eine eigene Kultur einer neuen Gruppe meistens keinen Fuß in einem neuen Land, allerdings gibt es genug Vorbilder von verhängnisvollen Situationen die entstehen können. Zum Beispiel das orthodox-christliche Kosovo, dass 1910 nur 7% Islamiten hatte und deren Bevölkerungsanteil im Jahre 1960 auf 60% anstieg!
Die ehemalige christliche Mehrheit wurde eine Minderheit im eigenen Land und fühlte sich immer mehr in die Enge getrieben, mit allen entsprechenden schrecklichen Konsequenzen.
 
Im übrigen ist es gottlob noch nicht so weit, dass die ursprüngliche natürliche Einstellung der Niederländer zur Gastfreiheit und Toleranz durch eine falsch eingeschätzte Immigrationspolitik umschlägt in eine Mentalität der Ablehnung und Fremdenfeindlichkeit. Eine vernünftige Regierung muss alles daransetzen, dass es auch nicht so weit kommen wird, sonst werden hier auch radikale Elemente tonangebend werden so wie wir das in vielen anderen Ländern um uns herum feststellen können.
 
12. Hintergründe von unbequemen Verhältnissen
Menschen sind auf der Suche nach Sicherheit und Homogenität in ihrer eigenen Gruppe. Durch manche wird dieses menschliche Verhaltensmuster geleugnet/abgestritten und anderen Prinzipien zuliebe geopfert. Der Historiker Jan Romein behauptete bereits, dass der Abendländer sich von seinem „allgemeinen menschlichen Verhaltensmuster“ entfremdet. Außerdem gibt es Personen, die denken dass der Mensch ein „Tabula rasa“ sein sollte, der sich ab seiner Geburt weitgehend frei, gefügig und machbar an jede Gesellschaftsform anpaßt. Wir bezweifeln das und betrachten solche Auffassungen dann auch als ob man ein ideologisches Minenfeld legen würde.
 
Dieses eigentlich typisch menschliche Verhaltensmuster wurde im Jahre 1955 von dem surinamischen Professor Dr. R. van Lier, Hochschullehrer der Soziologie der nicht-westlichen Völker in Wageningen schon treffend in einem Vortrag über Rassenprobleme beschrieben.
Er behauptete, dass wir in den Niederlanden zurecht mit einem tadelnden Finger auf Südafrika und die Vereinigten Staaten weisen. Laut Professor van Lier diskriminierten die Niederländer damals noch nicht, weil die „Ausländer“ bei uns nur in geringer Zahl wohnten. Es betraf lediglich ein paar Heimkehrer aus der Kolonie Niederländisch-Ostindien, Studenten und Seeleute. Er ging davon aus, das, wenn große Anzahlen von Menschen sich mit für uns seltsamen Gewohnheiten und einem anderen Aussehen in den „normalen“ niederländischen Wohnvierteln niederlassen würden, die Niederländer auch mehr oder weniger instinktiv eine Abwehrreaktion entwickeln würden.
 
Diese Reaktion ergibt sich aus einer tief eingefleischten menschlichen Eigenschaft und wird stärker in „schwierigen“ Zeiten so wie Arbeitslosigkeit.
 
Van Lier selbst von surinamischer  Herkunft, wußte wovon er sprach, denn er hatte soziologische Untersuchungen unter den surinamesischen Bevölkerungsgruppen mit ihren schwierigen gegenseitigen Beziehungen gemacht. Seine Vorhersagen bewahrheiteten sich. Mittlerweile sprechen wir über ein Ausländerproblem, vor allem in den großen Städten. Man spricht auch von einem multikulturellen Drama. Leider gibt es inzwischen auch in zunehmendem Masse Widerstand gegen die Ausländer, vor allem in den Vierteln der Großstädte. Diesen Widerstand gab es früher nicht.
 
13. Eine Verbundenheit mit der eigenen kulturellen Identität
Im Allgemeinsinn kann man die Kultur einer Gesellschaft als die Gesamtheit von ungeschriebenen und stillschweigend gemachten Verabredungen, Normen, Werten, Regeln und Gewohnheiten sehen. Besondere Kennzeichen davon sind z. B. die Sprache, die Religion, die Regierungsform, die Machtausübung, dieselben Auffassungen über die Rolle der Frau, die Ehe und die Rolle der Sexualität. Das alles sind bindende Faktoren, die sich im Laufe einer langen Geschichte entwickelt haben. Sie richten sich darauf die gegenseitigen Verhältnisse zwischen den Mitgliedern der Gesellschaft mit so wenig wie möglich Spannungen und Unsicherheit verlaufen zu lassen.
Jede Kultur ist genauso wertvoll wie die zusammenhaltende Kraft in ihrer Gesellschaft. Innerhalb einer bestehenden Gesellschaft sind die sozial-kulturellen Unterschiede nicht wesentlich anders gegenüber einander. Probleme zwischen christlichen Kirchen untereinander, Sprachkriege so wie in Belgien und Emanzipation der Frauen sind oft weniger eingreifend als Konflikte wobei eine bestehende Gesellschaft von außen her mit Krieg, Eroberung oder mit haufenweise ungewollter Immigration bedroht wird. Vor diesem Hintergrund ist das permanente Nebeneinander von zwei oder sogar mehr fundamental von einander verschiedenen Kulturen innerhalb ein und derselben Gesellschaft eine Unmöglichkeit: Tatsächlich handelt es sich dann schon längst nicht mehr um eine Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund muß man wahrscheinlich auch die These vom Publizisten Raymond van de Bogaard sehen, der in der NRC vom 12. März 2001 für die Schaffung von ethnisch homogenen Staaten im ehemaligen Jugoslawien plädiert.
 
Wichtig ist vor allem das Maß der kulturellen Unterschiede. Relativ kleine Unterschiede kommen in jeder Gesellschaft vor, zum Beispiel nach Alter, Beruf und gesellschaftlicher Stellung. Man spricht wohl von Subkulturen; diese sind verknüpft mit einer (relativ lockeren) Gruppenbildung. Es gibt überhaupt kein Problem für die Stabilität der Gesellschaft so lange die Subkulturen von einer gemeinsamen Kultur überwölbt werden (in unserem Falle niederländisch) mit gemeinsamen Dingen wie Sprache, Normen, Werte und Rechtsordnung.
 
Probleme entstehen erst bei großen Kulturunterschieden, so wie sie sich jetzt durch den Zustrom von vielen Immigranten in die Niederlande gezeigt hat: die ausländischen Kulturen weichen zu sehr ab um in die gemeinsame überwölbende niederländische Kultur zu passen. Die Probleme beginnen mit latenten Konflikten über Normen und Werte. Angst vor dem Verlust der Identität spielen dabei eine wichtige Rolle. Solche Spannungen und Konflikte treten vor allem zutage in Zeiten von wirtschaftlich schwierigen Umständen und politischer Unstabilität.
Die Weltgeschichte und die täglichen Nachrichten aus der ganzen Welt von heute sind besät von solchen Illustrationen. Man hat die Niederländer weder in Wahlkämpfen noch in einem Referendum jemals gefragt, ob eine multikulturelle Gesellschaft kommen sollte.
 
14. Der Islam und die Verbundenheit mit der eigenen kulturellen Identität
In diesem Zusammenhang muß auch die Rolle des Islam angesprochen werden. Vor allem für die südeuropäische, christliche Welt war der Islam jahrhundertelang der große historische Feind mit einer langen Reihe von bewaffneten Konflikten und vielen anderen Äußerungen von gegenseitiger Angst und Intoleranz. In den letzten Jahrhunderten der europäischen kolonialen Expansion und des technischen Fortschrittes hatte Europa wenig von der Moslemwelt zu befürchten und wurde diese als wenig einflussreicher Faktor betrachtet. Diese Situation hat sich allerdings in den letzten 50 Jahren drastisch verändert. Man kann dafür mehrere Gründe anführen. Durch die großen Ölvorräte und andere Rohstoffe sind die Moslemländer - nach außen hin oft sehr solidarisch - eine wirtschaftliche Großmacht geworden. Auch wegen ihres missionarischen Glaubenseifers und den hohen Geburtsraten wächst der Islam weltweit.
 
Durch den Bewußtseinsprozess über ihre Anzahl und ihre wirtschaftliche Macht herrscht in vielen islamischen Ländern eine vergeltungsgesinnte Einstellung gegenüber den ehemaligen westlichen Kolonisten und Ausbeutern. Gefühle der Vergeltung, des Sieges, der Dominanz und der Überlegenheit werden von der islamischen Religion selbst genährt: Mohammed ist der letzte und endgültige Prophet; Der Koran, durch Gott selbst wörtlich und vollständig verkündet, wird auf keine Art und Weise als zeitgebundenes kulturhistorisches Dokument relativiert, die Verkündung des Islam, so nötig selbst mit Gewalt, ist ein Glaubenssatz.
 
Die islamische Ideologie ist in den meisten Fällen das genaue Gegenteil von unseren westlichen Errungenschaften. Man denke zum Beispiel an die Trennung von Kirche und Staat, die parlamentarische Demokratie, die Unabhängigkeit der Rechtssprache, die Freiheit der Meinungsäußerung, die Gleichheit von Mann und Frau, das freie Unternehmertum, die rechtliche Akzeptanz der Homosexualität, Abtreibung...
In vielen islamischen Staaten sind diese Rechte oft formell oder de facto nicht vorhanden
(Vergleiche P. Fortuyn, „Die dritte Revolution”, die Seiten 152 –165, 1999).
 
Dies alles gilt übrigens nicht für die ganze islamische Welt. Der Islam kennt auch orthodoxe und liberale Strömungen mit persönlichen Verantwortlichkeiten. Die Anhänger von diesen Strömungen gehen in ihrem Leben aus von Respekt für den Mitmenschen, auch wenn dieser einen anderen Glauben oder einen anderen Lebensstil hat. Wenn solche Strömungen in einem Land das Gesicht des Islam sind, dann ist eine gute Gesellschaft zwischen Islamiten und Andersdenkenden möglich. Aber gerade die fundamentalistischen Glaubensauffassungen und Meinungen werden von vielen islamitischen Führern sowohl geistlich wie politisch propagiert. Sie beeinflussen hiermit die Massen in den moslemischen Ländern und weit davon entfernt, auch in den Niederlanden.
 
In den Niederlanden hat grob gerechnet die Hälfte der Ausländer, die nicht aus Ländern der europäischen Union stammen, einen islamitischen Hintergrund und das ist gleichzeitig auch die Subgruppe, die ihre kulturelle und religiöse Einheit im Falle von großen Zusammenballungen von niedrig Bezahlten, arbeitslosen und illegalen Islamiten, auch in den Großstädten der Niederlande, zum Einsatz kommen lassen könnte bei Problemen. Dazu kommt, dass die mohammedanischen Immigranten, die aus den meist unterentwickelten und am wenigsten geschulten Schichten der Bevölkerung kommen, gerade eine starke Beziehung zu ihren orthodoxen Leitern haben. Viele Imams kommen geradewegs aus der Türkei und Marokko und sprechen kein Wort Niederländisch. Zusammenfassend: Der Islam kann relativ einfach eine Mobilisierungseinheit von Unruhestiftern werden (sozial und kultureller Bericht vom sozialkulturellen Planungsamt, 1988, Seite 272)
 
Das dieses Letzte - diese Unruhe - nicht nur rein hypothetisch genannt werden darf, bewahrheitete sich (im Dezember 2000) bei der Affäre „Teheran an der Maas“, wobei in Rotterdam ein Theaterstück nach Bedrohungen aus Marokko abgesagt werden mußte, weil der Inhalt verletzend für den Islam sein sollte. Im Nachspiel hierzu erklärte eine Ausländerin und ehemaliges Mitglied der zweiten Kammer (des Parlamentes) (PvdA) und heutzutage Gemeinderatsmitglied der Stadt Amsterdam, Frau Fatima Elatik, dass es Grenzen für die freie Meinungsäußerung gäbe. Außerdem zeigte sich vor kurzem, dass der palästinensisch-israelische Konflikt auch für die in den Niederlanden wohnenden Moslems Grund genug ist um sich an jüdischen Eigentümern zu vergreifen.
 
Jede Religion kennt seine fundamentalistische Phase, aber wir haben hier in Europa keinen Bedarf an einem neuimportierten islamischen Fundamentalismus. Wir sind froh, dass wir gerade erlöst sind von den Bannfluchen, den Brandstapeln und den Religionskriegen welche in der Vergangenheit in den christlichen Kirchen im freien Westen eine Rolle spielten. Kein einziger Christ betrachtet diese Geschehnisse noch mit Zustimmung. Jedoch sorgt der  Tabubereich rundum dieses Thema dafür, dass Formen des islamischen Fundamentalismus durch unsere Regierungen nur ungenügend an den Pranger gestellt werden. Es riecht im übrigen nach selektiver Empörung, wenn innerhalb der europäischen Union der Vatikan auf seine fundamentalistische Politik angesprochen wird wegen seines Verbotes von Verhütungsmitteln und Aidsbekämpfung, währenddessen der Islam in seiner fundamentalistischen Form in Europa in der Politik kaum Einschränkungen antrifft.
 
15. Die europäische Integration als Beispiel
Auch innerhalb von Europa kann man in zunehmendem Masse eine Verbundenheit an die eigene kulturelle Identität feststellen. Das Europa von 2000 sieht dann ganz anders aus als das Europa von 1900. Es gibt tatsächlich viel mehr Offenheit und gegenseitige Kontakte zwischen den verschiedenen Völkern, vor allem durch den Tourismus. Aber die politische europäische Zusammenarbeit, der die Begeisterung von Anfang an fehlte, ist inzwischen zu einem viel zu sehr von oben aufgelegten Ideal geworden. Nur der wirtschaftliche Pragmatismus und die Konkurrenzposition gegenüber den Vereinigten Staaten scheinen noch wichtig zu sein; alles was wirtschaftlich gut ist, ist scheinbar auch gut für den europäischen Bürger. Der Wunsch der osteuropäischen Staaten der Europäischen Union beizutreten scheint auch nur von wirtschaftlichen und strategischen Motiven eingegeben zu sein und nicht (mehr) durch den Wunsch nach weitgehender kultureller und politischer Vereinigung und der Sehnsucht nach dauerndem Frieden.
 
Jetzt, wo die europäischen Binnengrenzen wegfallen und auf allerlei Gebieten Gleichmacherei eintritt, scheint der Bürger sich mehr an die eigene regionale und kulturelle Identität zu klammern. Innerhalb der Mauern der multikulturellen Europäischen Union, wo zum Beispiel eine sportliche Begegnung oder eine kleine politische Meinungsverschiedenheit schon Anlass genug ist um negative Gefühle übereinander aufzurufen, stagniert der politische Integrationsprozess. Die Entscheidungen der Führungsspitzen gehen völlig vorbei an der Meinung der Wähler. Inzwischen entwickeln sich kleine unterschwellige Gegenbewegungen von kleinen, regionalen Verbänden, wobei Identifikation und eine eigene Identität innerhalb der vertrauten Region ein gespanntes Verhältnis mit dem bürokratischen Bollwerk der Europäischen Union formt. Sogar das Schutznetz einer starken wirtschaftlichen Europäischen Union scheint den Fluchtweg in eine Abtrennung nicht ausschließen zu können. Einige Beispiele:
 
  • Die Slowaken haben sich kürzlich von den Tschechen getrennt.
  • Schottland und Wales suchen nach einer unabhängigen Position gegenüber England.
  • Die Flamen und die Wallonen in Belgien treiben stets mehr auseinander.
  • Viele Katalanen und Basken fühlen die sehr einengende Beziehung zum spanischen Staat. Viele Katalanen empfinden die beengende Beziehung zum spanischen Staat als peinlich.
  • Jugoslawien besteht noch kaum seit die Kroaten, die Slowenen und die Mazedonen für ihre Unabhängigkeit entschieden haben und befreit sind von der politischen und kulturellen Zwangsjacke.
  • Auf Korsika, im französischen Baskenland, in der Bretagne und in Normandien sind die Separatisten sehr aktiv.
  • Italien, das aufgeteilt ist in Norden und Süden, ist schon lange ein politisches Thema.
  • Die russische Föderation ist in schon von jeher bestehende Einheiten auseinandergefallen. Dieser Prozess geht wahrscheinlich weiter und kann dazu führen, dass das heutige Russland weiter auseinanderfällt. (Tscheschenien).
 
All diese Menschen suchen einen Weg um ihre eigene kulturelle, politische oder religiöse Identität zu behalten und wollen dafür oftmals einen hohen Preis bezahlen. Hierin weichen die Europäer nicht von den Zuwanderern von außerhalb Europas ab, welche auch wirtschaftliche Sicherheit innerhalb der europäischen Union suchen und welche auch ihre eigene Identität, Erkennbarkeit und Verbundenheit mit ihrer eigenen Subgruppe bevorzugen.
 
Teil III Hindernisse für eine vernünftige Politik
 
16. Der Tabubereich und die politische Lähmung
Was die Immigration und die Bevölkerungsdichte betrifft hat sich in den Niederlanden ein Tabubereich entwickelt, wodurch jetzt schon seit einem Vierteljahrhundert eine offene Diskussion und politisches Handeln gelähmt wird. Als in den 70er Jahren eine umfangreiche Einwanderungswelle begann (die Ankunft von Surinamesen, die Wiedervereinigung von türkischen und marokkanischen Gastarbeiterfamilien) wurden Bedenken hierüber schon ganz schnell als „Rassismus“ oder „Faschismus“ hingestellt. Lange Zeit hat die Regierung offiziell verkündet, dass die Niederlande kein Immigrationsland sei. Gelähmt durch dieses entstandene Tabu hat sie allerdings wenig gegen die inzwischen fortschreitende Immigration unternommen; Sie ließ und lässt dies einfach geschehen. Als sich dann einmal eine umfangreiche ausländische Bevölkerung niedergelassen hatte, wurde die ideologisch inspirierte „multikulturelle Gesellschaft“ als eine „Bereicherung“ präsentiert. In seinem Schriftstück „Chancen bekommen, Chancen nehmen: Integrationspolitik 1999-2002“ hat der Minister für Großstadt- und Integrationspolitik, Herr van Boxtel, die Niederlande zum ersten Mal ausdrücklich zum Immigrationsland ernannt: „Es ist eine unleugbare Tatsache, dass die Niederlande ein Immigrationsland geworden ist und dass sie sich jetzt auf den immer stärker werdenden Druck auf die Integrationspolitik einstellen muss. Dieses Schriftstück stammt vom 30. November 1998. Wir, die Stiftung, sehen dieses Schriftstück als den endgültigen Beweis der Unfähigkeit. Durch das Parlament und die Medien wurde dies zustimmend, wenn nicht sogar gleichgültig, zur Kenntnis genommen. Bis heute haben wir keine Zeichen, dass man die Rahmen anders stecken will. Bei der schon eher erwähnten Parlamentsdebatte mit dem Namen „das multikulturelle Drama“, ist man in großem Bogen um die Ursache, nämlich die noch stets dauernde Zuwanderung, herumgegangen.
 
17. Die ideologischen Hintergründe
Der Tabubereich, den man schlechthin als „politische Korrektheit“ andeutet, wurde von politisch ideologisch inspirierten Druckgruppen, welche in wichtigem Maße die Medien beherrschen, geschaffen und in Stand gehalten. Prof. S. W. Couwenberg, ehemaliger Hochlehrer im öffentlichen Recht und Chefredakteur von Civis Mundi, einem Monatsheft für die Niederlande und Belgien, gibt eine sehr treffende Charakterisierung in einem Artikel in der Zeitung Trouw vom 14. Oktober 2000. Hier folgen einige Zitate:
 
  • ...“ Es ist vor allem die linke Seite, die anderen gerne die Leviten liest, außerdem neue, jetzt linke Tabus einführt und kultiviert und als Gedankenpolizei auftritt gegen jeden, der es wagt die Tabus in Frage zu stellen.
  • ... Ein neuer linksliberaler Akzent. Dies äußert sich einerseits in extremer Toleranz: einer Mentalität von Alles muss möglich sein. ... andererseits entwickelt sich eine neue linksliberale Intoleranz. Die neue Geschmeidigkeit bekam nämlich ziemlich schnell den Status eines unantastbaren Wertes, der keine anderen Werte neben sich duldet.
  • ... Alles was von der neuen linksliberalen Orthodoxie abwich wurde als üble rechte Abweichung bestempelt und als Tabu eingeordnet. Die öffentliche Diskussion ist dadurch schon seit Jahren eingeschränkt...
  • ... Abweichende Auffassungen über die Ausländer - und Minderheitenpolitik wurden mit dem mundtot machenden Etikett Rassismus versehen. Die Niederlande bekam es mit der Intoleranz des politisch korrekten Denkens zu tun, worin auch der Einsatz für die eigene kulturelle Identität in den Bereich der Tabus gebracht wurde und als „kultureller Rassismus“ verurteilt wurde...
  • ... Demgegenüber habe ich die These, dass wir innerhalb unserer Gesellschaft eine Reihe von Subkulturen unterscheiden können, verteidigt. ... Aber diese werden überwolben von einer gemeinsamen niederländischen Kultur, die aus einer gemeinsamen Sprache, und einem... Bauwerk von Normen und Werten, die unsere politische Kultur und unsere Rechtsordnung als Basis haben... Von der niederländischen Kultur dürfen wir im Prinzip als Norm für alle Ausländer, die sich hier niederlassen, ausgehen.“ So weit das Zitat von Couwenberg
 
Die Mehrheit der Ausländer in unserem Land spürt dann erst das Bedürfnis sich als kulturelle Mehrheit zu manifestieren, wenn sie für ihre eigen Identität aufkommen muss. In einer Gesellschaft mit vielen Kulturen werden Mehrheiten und Minderheiten darum ständig um ihre eigene Identität kämpfen. Bei den heutigen Tabubereichen ist es unmöglich die bestehende multikulturelle Gesellschaft in eine Gesellschaft mit einer Kultur umzuformen, solange die folgenden Elemente eine wichtige Rolle in der politischen Korrektheitsideologie von heute spielen:
 
  • Die Überzeugung, dass wir Niederländer die Pflicht haben alle hilfsbedürftigen Menschen aus der dritten Welt, die an unsere Tür klopfen, aufzufangen und in unsere Gesellschaft aufzunehmen. Wir als Stiftung finden, dass nichts dagegen spricht anderen zu helfen, aber es fehlt unserer niederländischen Gesellschaft an Ausgewogenheit. Man muss eine Wahl zwischen Barmherzigkeit nach außen und Verantwortungsbewusstsein für die eigenen Bürger treffen können. Man darf nicht von einer automatischen Pflicht ohne eine tiefergehende Analyse ausgehen.
  • Die Scham über unsere koloniale Vergangenheit, den Sklavenhandel und den zweiten Weltkrieg. Wir als Stiftung sind der Meinung, dass diese Angelegenheiten scheinbar noch so auf unserem Schuldgefühl lasten, dass ein rational politisches Handeln dadurch verhindert wird.
  • Multikultur und Vielfarbigkeit werden als ein Streben nach Bereicherung unserer Gesellschaft gesehen. Wir als Stiftung denken, dass man unzureichend auf die Argumente, so wie wir sie schon eher in dieser Broschüre beschrieben haben, hört.
  • Die heutigen Niederländer sind reich und denken, dass sie auch unverwundbar sind. Wir als Stiftung sind der Meinung, dass die Niederlande vollkommen abhängig sind von einem permanenten Warenstrom (Nahrung und Grundstoffe) aus anderen Teilen der Welt und wir sollten anfangen zu erkennen, dass es eine Grenze für dieses Wachstum gibt.
  • Das Leugnen von einem Hang zu gewissen Verhaltensmustern bei individuellem und menschlichem Zusammenleben in diesem Falle die bereits signalisierten Spannungen zwischen Bevölkerungsgruppen. Wir als Stiftung finden, dass weder der Mensch noch die Gesellschaft als „ machbar“ gesehen werden sollte. Auffassungen, die widersprüchlich zu dem Gedanken machbar sind, sollten nicht länger mehr als „sozialdarwinistisch“, „rassistisch“, „faschistisch“ und „extrem rechts“ gesehen werden. Dies alles ist vergleichbar mit der Verurteilung der Schwerkraft, weil deren Auswirkung nicht zu unserem Idealbild der Welt passt.
 
Teil IV Zusammenfassung
 
18. Konkrete Empfehlungen
Wir sind der Auffassung, dass die Gesellschaft in unserem Land auf gegenseitigen Respekt und Einträchtigkeit gestützt sein sollte. Unser Land darf nicht zu einer weitgehend verteilten Gesellschaft werden. Äußerliche Kulturunterschiede und ethnische Unterschiedlichkeit sind gut und können sogar stimulierend sein. Aber über die tiefer liegenden Normen und Werte, worauf unsere Gesetze und Umgangsformen sich stützen, sollte Einträchtigkeit bestehen. Von den Umständen und der zukünftigen Regierungspolitik hängt es ab, ob in erheblichem Umfang ein Vermeidungsverhalten und Segregation entstehen. Dies alles wird sicherlich eintreten, wenn die Politik sich nicht ändert und wird durch eine Zunahme der Arbeitslosigkeit oder einem noch größeren Zustrom von neuen Ausländern beschleunigt. „Vorläufig hält die niederländische Regierung durch schlau auf die Angst des niederländischen Volkes vor einer immer größer werdenden Arbeitslosigkeit einzuspielen einen Ausverkauf von der Kultur, dem Naturschutz und dem Umweltschutz.“ (Prof. dr. V. Westhoff, Auffassungen über den Landschaftsschutz, Wageningen, 1984).
 
An der Integration von den in der Niederlande lebenden Ausländern muss kräftig gearbeitet werden. Eine gemeinsame Sprache spielt dabei eine wichtige Rolle. Das niederländische Unterrichtswesen und der Arbeitsmarkt haben hier eine große Aufgabe. Aber auch im täglichen Schriftverkehr sollte der Staat in erster Linie die niederländische Sprache benutzen. Der Gebrauch von Türkisch und Arabisch in Schulen und in Broschüren sollte darum vermieden werden.
Die Flüchtlinge sind die Ursache von einem ununterbrochenen Bevölkerungswachstum. Die Entwicklungen in der Welt und die Abwehrreaktionen von anderen europäischen Ländern haben dazu beigetragen, dass der Strom der Zuwanderer, der in die Niederlande kommt in den letzten Jahren immer größer geworden ist. Solche Anzahlen sind nicht mehr integrierbar. Es mag dann typisch für die niederländische Volksart sein um eine große Bereitwilligkeit an den Tag zu legen; wenn Menschen sich in Not befinden und ihnen zu helfen, aber der Missbrauch von diesen Regelungen muss an den Pranger gestellt werden, sonst wird die Bereitwilligkeit um zu helfen noch weiter abnehmen. Zu denken wäre an: zentrale Anmeldung bei den Botschaften und den Auffangstellen außerhalb der EU; eine bessere Verteilung der Lasten in den verschiedenen europäischen Ländern; Auffangstellen in der eigenen Umgebung; ein vorübergehender Aufenthalt in Kombination mit Bestimmungen für die Rückkehr; eine Beschränkung auf die wirklich Verfolgten im Geiste der Flüchtlingsverträge von 1951 und 1956.
 
Der Staat versagt, wenn man nicht nach anderen Formen von Flüchtlingshilfe sucht um zu vermeiden, dass die Tragkraft der niederländischen Gesellschaft überschritten wird. Ein Teil der Ausländer fühlt sich in den Niederlanden nicht zu Hause und ist nicht integriert. Die materiellen Vorkehrungen und Regelungen für langwierige Sozialhilfe müssen abgeschafft werden. Die Regelungen,die es bis jetzt gab, waren viel zu mager in ihrer Planung.
Die Niederlande können als ein übervölkertes Land lediglich nur eine kleine Reihe von Asylbewerbern aufnehmen und schon gar keine wirtschaftlichen Flüchtlinge. Einwanderer können sich allerdings nur dann integrieren, wenn es auf Dauer Arbeit und eine Existenz für sie gibt. Ihre Zulassung müsste von einem breiten Teil der niederländischen Bevölkerung getragen werden, und sie darf nicht nur auf ein Abwägen einer kleinen politischen und gesellschaftlichen Elite gestützt werden. Außerdem darf man von den Immigranten eine positive Haltung gegenüber der niederländischen Sprache, bestimmter niederländischen Normen und der niederländischen Kultur erwarten. Beispiele dafür sind die Gleichheit von Mann und Frau, die Geburtenregelung, die moderne Beziehung zwischen Eltern und Kindern, die Religion und die politische Vielgestaltigkeit. Die Immigranten dürfen nicht kriminell sein und müssten die Bereitwilligkeit haben zusammen mit den Niederländern an einem weiteren Aufbau der niederländischen Gesellschaft zu arbeiten.
 
Die Niederlande sollten von ihren damals bei der Zulassung der Gastarbeiter gemachten Fehlern lernen wollen. Gerade jetzt, wo unsere Arbeitgeber wiederum fragen Arbeitnehmer von außerhalb der Europäischen Union werben zu dürfen, sollte die Regierung sich damit nicht einverstanden erklären. Wir glauben im übrigen auch, dass ein Zustrom von Arbeitnehmern aus den Ländern der Europäischen Union im Zusammenhang mit der Überbevölkerung ebenso unerwünscht ist. Arbeitnehmer aus fernen Ländern sollten es wegen ihrer mangelnden Sprachkenntnisse, ihrer unterschiedlichen Ausbildung und ihren anderen Lebensgewohnheiten viel schwieriger haben dann die Arbeitnehmer aus den uns umringenden Ländern. Die heutigen Gastarbeiter sollten dann wieder die zukünftigen Wegwerfarbeiter werden. Unserer Meinung nach ist dies eine unmenschliche Politik. Wenn es in einigen Wirtschaftszweigen zu wenig Arbeitnehmer gibt; sollte man nach anderen Lösungen suchen: höhere Löhne, Verlegung der Produktion ins Ausland anstatt einer Verlegung der Arbeitnehmer in die Niederlande.
 
19. Schlussfolgerung
Es gibt kein einziges sinnvolles Argument für eine noch weitere Zunahme der Bevölkerung in den übervollen Niederlanden. Es wäre sehr vernünftig den Rückstand bei den schon aufgenommenen Ausländern wegzunehmen, bevor man überhaupt an neue Immigranten denkt. Aufgrund von Humanität, Toleranz und Gleichberechtigung, alles Kennzeichen für die niederländische Kultur, wollen wir, Niederländer, Ausländern in Not helfen. Aber wenn man dabei die Realität der inländischen Situation aus dem Auge verliert, dann verschlimmern wir die Probleme von unseren Gästen und schaffen wir gleichzeitig Probleme für uns selbst.
 
Aus der Perspektive der Weltgeschichte weisen wir auf die Gefahren, die entstehen, wenn man versucht verschiedene Kulturen zu einfach in einer Gesellschaft nebeneinander leben zu lassen. Eine der Gefahren ist die Zunahme eines Gefühls der Unsicherheit. Ein allgemein geltendes Bedürfnis des Menschen ist gerade das Bedürfnis nach Sicherheit innerhalb der eigenen vertrauten Gruppe und die Abneigung gegen das Unbekannte. Menschen sind nun mal nicht alle gleich, wohl sind sie alle gleichwertig. Das ist die Realität. Es wäre sehr naiv anzunehmen, dass diese Realität wohl für den Rest der Welt, aber nicht für die Niederlande, gelten.
 
Sowohl die multikulturelle Gesellschaft wie auch die sozialökonomische Vereinigung von Europa sind überhastet, undurchsichtig und viel zu sehr von oben herab eingeführt worden. Anstatt von Integration kann man jetzt eine regionale Zersplitterung feststellen. Deswegen ist der Wähler auf der Suche nach einer sicheren, regionalen Alternative. Früher hielten die Kirche und der Staat ihre Gegner noch im Zaume indem sie sagten: „Du bist ein Ketzer.“ Aber das funktioniert heutzutage nicht mehr, obwohl die Bemerkung: „Du bist ein Rassist,“ heute leider noch ausgezeichnet funktioniert um die freie Meinungsäußerung (ein Grundrecht) bei passender und unpassender Gelegenheit zu lähmen. Die Vertreter der öffentlichen Meinung tun ihre Arbeit. Wer daran vorbeigeht, sorgt dafür, dass die Geschichte sich wiederholt.
 
Eine vernünftige Regierung, so wie in Frankreich, erkennt die Probleme und strebt nach kultureller Uniformität. Wer seine Immigranten und Minderheiten anspornt ihre eigenen Normen und Werte zu hantieren, bis zum Gebrauch einer eigenen mitgebrachten Sprache und dem Import der eigenen Rechte und Autoritätsstrukturen, beweist seiner eigenen einheimischen Bevölkerung keinen guten Dienst. Wir machen auf diese Weise von den Niederlanden einen Balkan. Was übrig bleibt ist ein undemokratischer Staat, der nur durch Unterdrückung die multikulturelle Gesellschaft erzwingen kann. So eine Entwicklung erscheint uns sehr unniederländisch und sehr unerwünscht.
 
In einem Land mit einer starken kulturellen Einheit wird man nicht von einer kulturell abweichenden Minderheit bedroht.. Da kann man in aller Ruhe an der Integration von Menschen, die vielleicht zwar anders aussehen, aber die wörtlich und im übertragenden Sinne die gleiche Sprache sprechen, arbeiten. Ein bleibender Zustrom macht allerdings eine gute Integration unmöglich.
 
Empfohlene Literatur:
Das Rätsel der Multikultur: Essays über den Islam und Integration / J. Brugman.-Amsterdam: Meulenhoff, cop. 1998 -(Meulenhoff Ausgabe; 1734). - S. 183.
Eher erschienen in einer anderen Form unter anderem im NRC Handelsblatt, Holländischen Monatsblatt und HP/Die Zeit.
Mit Literaturangaben.
Kritische Essays über den Islam und Moslems in den Niederlanden.
ISBN: 90-290-5864-1
Die verwirrte Nation: Querköpfige Notizen zur Immigration in den Niederlanden /H.J.Schoo.-Amsterdam: Prometheus, 2000. - S. 198.
Mit Registration.
ISBN: 90-5333-985-X
 
Gegen das islamischer Werden unserer Kultur: Die niederländische Identität als Fundament / Wilhelmus S. P. Fortuyn. - Utrecht: Bruna, Copyright 1997. - S. 110.
Autorenname auf dem Umschlag: Pim Fortuyn
Warnung vor der Bedrohung der westlichen Normen und Werte durch den islamischen Fundamentalismus
ISBN: 90-229-8338-2
Herein ohne anzuklopfen: Niederländische Immigrationspolititik und die wirtschaftlichen Folgen/ Pieter Lakeman.- Amsterdam: Meulenhoff, Copyright 1999. - Illustrationen; S. 212 - (Ausgabe von Meulenhoff; 1769)
Mit Literaturangaben
ISBN: 90-290-6522-2
Brief an meine Tochter: eine Reise durch das Pandämonium von Sex und Gewalt / Jaffe Vink. - Amsterdam: Meulenhoff, Copyright 2001. - (Ausgabe von Meulenhoff; 1879). - S. 96
Mit Literaturangaben.
Essay über die zunehmende öffentliche und verborgene sinnlose Gewalt in den Niederlanden von heute.
ISBN: 90-290-6949-X
Das multikulturelle Drama/ Paul Scheffer
In: NRC Handelsblatt (29 Januar 2000), S.6
 
2009

World population