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Die Welt ist für uns zu klein

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Richtig bevölkert, oder?

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Eine gute Umwelt beginnt mit der Bekämpfung der Überbevölkerung

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Mehret euch nicht

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Grenzen des Wachstums

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Bevölkerungsdruck und PKWeh

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Ehepaare mit Kinderwunsch sind für die Zukunft doppelt verantwortlich

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Überbevölkerung = Überkonsum

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Stopp die Ausschöpfung und Verseuchung der Erde

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Zu wenig Wohlfahrt für zu viel Menschen

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Wir lieben Menschen, aber nicht ihre Zahl

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Wir können die Menschheit nicht auf sich bewenden lassen

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Donnerstag, 15 Juli 2010 10:23

Das Thema Überbevölkerung zum Gesprächsthema machen

Roxanne Rakic, Psychologin

 

Das Problem der Überbevölkerung wird meistens aus einer ökonomischen, lebensmitteltechnischen und umweltsachverständigen Sehensweise betrachtet.

Bis heute allerdings bleibt es ein Thema, welches schwer an den Mann gebracht werden kann, obwohl es so nach und nach stets mehr Menschen gibt, die sich Sorgen machen. Der Mut dieses laut zu verkünden, fehlt allerdings noch. Darum ist es interessant herauszufinden, warum der Mut dazu fehlt.

In diesem Stück werden alle Blickwinkel, die mit den Gründen warum dieses Thema so wenig diskussionsreif ist, besprochen.
Womöglich liegen die Unterschiede in der Freiheit und der Autonomie, der politischen und wirtschaftlichen Mächte des menschlichen Verhaltens, welche durch angeborene Verhaltensmuster und die Umgebung bestimmt werden.

 

Freiheit und Autonomie

Das Thema der „Anzahl Menschen auf dieser Erde“ oder „Überbevölkerung“ ist noch kein Gesprächsthema. Die Gründe könnten darin liegen, weil es sich den Werten und Grundrechten des Menschen wie zum Beispiel Freiheit und Recht auf Willensfreiheit, zu sehr nähert. Diese Werte und die Äuβerungen darüber werden auf verschiedene Arten in den verschiedensten Ländern ausgelegt. In den reichen Ländern nimmt „Freiheit“ einen anderen Stellenwert ein als in armen Ländern. In reichen, meistens westlichen Ländern, fühlt man sich „frei “, wenn man zum Beispiel genug Zeit für sich selbst hat, wenn man sich äuβern und entwickeln kann und man selbst entscheiden kann, ob man Kinder bekommen will oder nicht. Wenn man sich für Kinder entscheidet, dann sind diese gewünscht. Die meisten Menschen haben darüber im Allgemeinen sehr bewuβt nachgedacht. Weil wir in reichen Ländern viel Wert auf Freiheit und Autonomie legen, ist es vielleicht desto schwieriger um Entscheidungen über die Anzahl der Kinder, die man bekommt, zu machen.

 
Die Funktion der Familie
Die Funktion der Familie ist in den reichen Ländern nicht mehr nur die biologische Art der Fortpflanzung. Sie hat auch keinen wirtschaftlichen Stellenwert mehr: Kinder mithelfen zu lassen um Geld zu verdienen für die Familie. Sogar die religiöse Funktion ist oftmals abhanden gekommen z.B. die Übermittlung der Religion. Aber die wohlwollende Funktion der Familie ist groβ: der Genuss Kinder zu haben und sie zu lieben. In reichen Ländern wollen wir vor allem Spaβ mit den paar Kindern, die wir bekommen, haben. Wir wollen sehen, wie sie aufwachsen, wir mischen uns in ihre Schularbeiten ein und wir gönnen unseren Kindern einen Sportverein und Musikstunden.
In armen Ländern ist in unseren Augen die Freiheit und Autonomie nicht so, wie wir sie erfahren. Viele Frauen sind nicht frei in der Wahl ihrer Ehepartner und schon gar nicht in der Wahl der Kinderzahl, die sie bekommen. Die Familie hat dort vor allem biologische, wirtschaftliche und religiöse Funktionen. Menschen in diesen Ländern bekommen viele Kinder, trotz der Tatsache, dass es weder für sie noch für ihre Kinder kaum Nahrung, keine Ausbildung und Zukunft gibt und zudem werden viele Länder von Bürgerkriegen heimgesucht.
Durch das Eintreffen von Immigranten aus ärmeren Ländern in reiche Länder wird dieses sichtbar. Für die meisten Ausländer liegt die Funktion der Familie im Biologischen, Wirtschaftlichen oder Religiösen. Das verursacht ein Aufeinanderprallen mit den Normen und Werten der Kulturen in den reichen Ländern. Die Kinderzahl der Immigranten ist viel gröβer als die der einheimischen Bevölkerung. Wenn sie einen Partner aus dem Herkunftsland holen, dann wird ihr System aufrecht erhalten, obwohl sie sich in der Umgebung eines reichen Landes befinden. Von einer wirklichen Annäherung ist keine Rede. Inzwischen wird ihre Anzahl gröβer als die der einheimischen Bevölkerung.
 
Sexualität
Ein anderer Blickwinkel, für die Begriffe Freiheit und Autonomie, ist der der Sexualität. Sexualität ist in erster Linie zur Fortpflanzung gedacht. Sexualität und Fortpflanzung haben in verschiedenen Ländern auf der Welt auch verschiedene Bedeutungen. In armen Ländern ist dies noch stets die der Fortpflanzung. Wenn die internationale Politik Maβnahmen ergreift um zu bewirken, dass Menschen in diesen Ländern weniger Kinder bekommen, dann wird sich bei dieser Bevölkerung vielleicht der Gedanke und damit die Angst einschleichen, dass sie es als Volk nicht überleben werden. Es verursacht vielleicht sogar eine Art von Konkurrenz, worin die eine Bevölkerung befürchtet, dass die andere Bevölkerung eine beherrschende Rolle spielen wird. Die Folge davon wird wahrscheinlich sein, dass man eher mehr als weniger Kinder bekommen wird. In reichen Ländern ist die Bedeutung von Sexualität, die von Genuss haben, das Entwickeln einer Identität und Selbstentfaltung. In entwickelten Ländern sehen Menschen es als ein errungenes Recht an Kinder zu planen und zu bekommen. „Kinderlosigkeit“ wird als ein Mangel erfahren, der mittels medizinischer Einmischung wie in vitro Fertilisation Behandlung kompensiert wird. Man erfährt das Kinderhaben als ein Zeichen dazu zu gehören und einen sozialen Status zu haben. Menschen finden dies sehr wichtig und reagieren empfindlich auf Urteile von anderen auf diesem Gebiet (“Hast du keine Kinder? Warum nicht?“)
 
Bewusst kinderlose Menschen müssen sich eigentlich verantworten für ihre Entscheidung zur Kinderlosigkeit, währenddessen die Entscheidung und die Konsequenz um wohl Kinder zu bekommen, eigentlich eine schwerwiegendere Entscheidung ist. Und diese Entscheidung sehen Menschen als selbstverständlich an. In reichen Ländern können Maβregeln zur Förderung der Bevölkerungsschrumpfung als eine Schändung der Freiheit, wofür man einst so hart gekämpft hat, sehen. Man tritt ihnen zu nahe. Andere rütteln an ihrer Intimität und an ihren Genuss.
Es hängt stark mit unserem Menschenbild zusammen, wie wir gerne gesehen werden. Es steht auch im Zusammenhang mit unserem sozialen Status: zum Beispiel ich als Mutter einer Familie. Denn erst dann werde ich akzeptiert. Und natürlich auch wie wir andere Menschen sehen: zum Beispiel wie unangenehm für dich, dass du keine Kinder bekommen kannst, dass muss eine groβe Entbehrung sein. Maβregeln, die man auf dem Gebiet von Verkehr und Sicherheit einführt werden wohl akzeptiert. Die betreffen nicht die Intimität der Menschen.
 
Mächte
„Geht hin und pflanzt euch fort.“ Diese Botschaft kann einen politischen, wirtschaftlichen und religiösen Einschlag haben. Früher waren die Proletarier sehr mächtig in der Kinderzahl, die sie hatten. Ceaucescu wollte 25 Millionen Menschen regieren und zwang die Bevölkerung Kinder zu bekommen, während die Bevölkerung unter erbärmlichen Umständen lebte. Das Regieren eines Landes mit vielen Menschen bedeutet international und national mehr Einfluss ausüben zu können und demzufolge mehr Macht zu haben.
Groβe multinationale Konzerne profitieren auch, wenn es viele Menschen gibt. Je mehr Menschen in armen Ländern für sie arbeiten, desto mehr Geld verdienen sie und desto mehr Macht haben sie. Bevölkerungsschrumpfung bedeutet in ihren Augen wahrscheinlich kein Wachstum mehr und dadurch Machtverlust.
Die westlichen Hilfsorganisationen bemühen sich enorm um Empfängnisverhütung als Gesprächsthema möglich zu machen und Mittel zur Empfängnisverhütung in armen Ländern auszuteilen. Der Papst besucht diese Länder und rät den Menschen sich vor allem fort zu pflanzen. Das jedoch taten die Völker schon. Empfängnisverhütung ist neu und löst viele Fragen aus. Die Handhabung der alten Verhaltensmuster ist dann naheliegend. Vor allem, wenn dieses auch noch belohnt wird.
Diese Beispiele sind eine Art des kollektiven Widerstandes, der geäuβert wird, wenn das Thema Überbevölkerung zum Gesprächsthema gemacht wird.
 
Das Verhalten des Menschen: angeboren und angelernt
Menschliches Verhalten wird durch Werte gesteuert. Die Werte sind solche Sachen in unserem Leben, die wir wichtig finden wie zum Beispiel Freiheit, Akzeptanz, Respekt, Ansehen sowie Anerkennung und Entwicklung der eigenen Identität. Wenn viele Menschen einen bestimmten Wert wichtig finden, dann wird er zur Norm. Wir entwickeln dann Regeln um diesen Wert ausdrücken zu können. Anschlieβend erwartet man dann von den Menschen, dass sie sich an diese Norm halten und erfahren dies als eine Verpflichtung.
 
Bei dem Beispiel der Fortpflanzung kann man sagen, dass die Menschen von dem Wert, dass das Kinderhaben ein hohes Gut ist, beeinflusst werden. Viele Menschen scheinen so zu denken. Die Norm lautet: Kinderkriegen ist ein hohes Gut. Dies zum Diskussionsgegenstand zu erheben ist eigentlich ungehörig. Man widerspricht der Norm. Das löst Widerstand oder Konflikte aus. Menschen wollen das lieber nicht.
 
Menschen reagieren sehr schnell gefühlsbetont und denken, dass derjenige der dieses zum Gesprächsthema erhebt, wahrscheinlich dagegen ist. Weiterhin wird der Gedanke „du bist dagegen“ verurteilt, zum Beispiel wird man dann abgestempelt mit den Worten „was für ein Rassist“, denn Rassisten sind schlechte Menschen. Scheinbar ist es sehr schwierig für Menschen erst „zuzuhören “, was der andere zu sagen hat und genau meint, wenn dieser es zum Gesprächsthema macht. Dieser Schritt gelingt selten. Menschen wollen ihre Normen und Werte beschützen und absichern. Dieses gehört nämlich teilweise zu ihrer Identität, die möchten sie nicht verlieren. Es äuβert sich in der Aufstellung von Angriff und Verteidigung. Dies ist der Vertiefung eines Themas nicht zuträglich. Dadurch entsteht ein Hang zum „zum Zurückstecken“ oder dass man sagt: „Lass mal“.
 
Dieser Gedankengang gilt auch für die Werte um geschätzt und akzeptiert zu werden. Ein Politiker möchte gern geschätzt werden. Eine Äuβerung über die Überbevölkerung, macht ihn unbeliebt. Ein Politiker will Stimmen für seine Partei gewinnen. Auf diese Art gelingt ihm das nicht. Auch durch ein „Neinsagen“ gegen die Immigration, entsteht der Eindruck „nicht durch Andere gemocht zu werden“. Solch ein Risiko übernehmen die Menschen lieber nicht. Ob das Volk allerdings den Politiker akzeptiert oder ob es ihn nur für seinen Standpunkt loben wird, ist nicht deutlich sichtbar.
Menschen lassen sich durch ihre Umgebung beeinflussen und Menschen lernen aus ihren Erfahrungen. Menschen lernen vor allem, wenn sie mit ihren Erfahrungen konfrontiert werden. Im Voraus schon an eine Konfrontation zu denken, führt noch nicht automatisch zu einer wirklichen Konfrontation. Man lebt jetzt und heute. Im Augenblick erfahren die meisten Menschen noch keine direkten Unannehmlichkeiten durch die Überbevölkerung oder sie sind sich nicht bewußt über die Ursachen von ihrem Stress, den Staus und Wartezeiten. Der Einzelne, der die Überbevölkerung wohl als Ursache von Problemen erfährt, zieht in ein Gebiet, wo weniger Menschen wohnen, in Randgemeinden oder emigriert ins Ausland.
 
Wenn man jetzt Maβnahmen zur Überbevölkerung ergreift, dann wird dies erst in 20 Jahren die gewünschte Wirkung erzielen. Das ist für die große Masse der Menschen noch Zukunftsmusik. Solange Menschen jetzt noch genug Nahrung und Wasser haben, jeden Tag unter die Dusche können und ihr Haus fest auf dem Boden steht, machen sie weiter wie bisher. Es besteht kein Interesse für dieses Problem, denn es betrifft die Menschen nicht. Menschen entscheiden sich für ihr tägliches Leben in ihrer Kurzzeitplanung. Das Leben muss einfach sein, muss schön sein, muss angenehm sein, darf kein Unglück bringen usw. Menschen entscheiden sich nicht für eine Investierung in Aktivitäten, die erst viel später ihre Wirkung zeigen zum Beispiel sparsam sein, weniger Wasser gebrauchen, weniger Luxus haben usw. Vielleicht hängt es auch mit der Tatsache zusammen, dass jemand dies nicht aus sich selbst heraus tun wird, wenn die anderen dies auch nicht tun. „Warum sollte ich sparsam sein, wenn es im täglichen Leben keine Wirkung zeigt und mein Nachbar dies auch nicht tut. Was bewirkt es schon, wenn ich sparsam mit dem Wasser umgehe und die Industrie doch genauso weitermacht wie zuvor? “Auβerdem ist Bionahrung viel teurer. Die groβe Masse hat in dieser Hinsicht nicht einmal eine Wahl. Nur Menschen mit ausgesprochenen Prinzipien wollen sich darauf einlassen. Sie verstehen, dass sie auch für die Umwelt bezahlen.
 
Im äuβersten Fall bemerkt der Mensch die indirekten Folgen: Staus, der Einsturz des Bodens, Verschmutzung usw. Allerdings glauben viele Menschen ganz fest daran, dass der Mensch als Wesen zu dem Zeitpunkt, wenn es wirklich Ernst werden sollte, eine Erfindung gemacht haben wird. „Die Technik lässt uns nicht im Stich. Die Generation nach uns kann dies Problem wohl lösen.“ Dass man allerdings immer wieder erst die Symptome bekämpft und nicht die eigentliche Ursache in Angriff nimmt, sieht man nicht ein.
Der westliche Mensch hat einen uneingeschränkten Glauben in sein eigenes Können. Glauben in die Durchführbarkeit der Gesellschaft und vielleicht auch in die Machbarkeit des Menschen. Dass dann vielleicht wirklich einmal die Grenze dieses Wachstums erreicht sein wird, kann man dann nicht einfach akzeptieren. Es geht doch immer noch gut? Erst wenn es eine Naturkatastrophe zum Beispiel eine groβe Überschwemmung gibt, oder wenn die Krankheit AIDS zu viele Opfer fordert, fangen manche Leute an sich Sorgen zu machen, aber schnell wird der Fehler bei den gescheiterten Hilfsdiensten gesucht, die im Grunde auch nur Menschen sind, die versuchen die Symptome zu kurieren. Warum gibt es Überschwemmungen und warum gibt es AIDS.? Die Menschen erkennen nicht, dass es eine Beziehung zwischen solchen Problemen und der Anzahl der Bevölkerung gibt. Die Vorstellung, dass die Natur in die Bevölkerungszahl eingreift, finden Menschen oft unannehmbar.
 
Man hat noch einen langen Weg vor sich
Es wird noch lange dauern, bis man sich den Tatsachen stellt, dass die Anzahl der Menschen die Ursache von vielen Problemen ist, und dass nicht nur die Natur allein aber auch der Mensch selbst dadurch in Schwierigkeiten gerät. Wichtig ist vor allem, dass man wissenschaftliche Beweise heran trägt. Auβerdem ist es wichtig, dass das Problem der Überbevölkerung auf eine solche Art und Weise präsentiert wird, dass es zum Nachdenken über Begriffe wie Fürsorge einlädt. Fürsorge für uns selbst, die Natur und die zukünftigen Generationen. Diesen internationalen Dialog zu suchen und zu führen wird mehr Erfolg haben wie eine Debatte oder die von oben auferlegten Maβregeln.
 

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